Charlotte hat gerade ihr Baby geboren

Dienstag, 14. Juni 2011

Es ist heute am 13. Juni geboren. Sein Name ist Jason Charles und ihm und seiner Mutter geht es gut.

Der Urlaub geht los

Samstag, 11. Juni 2011

Unsere Tour durch die USA begannen wir in Chicago. Am ersten Tag sind wir 5 Stunden zu einem Motel in Chicago gefahren. Dort tauschten wir unseren Jeep in ein Wohnmobil, für die Innenstadt von Chicago blieb keine Zeit. Am zweiten Tag fuhren wir auf einen Campingplatz am Michigan See und badeten darin. Am dritten Tag schauten wir uns nun endlich Chicago an. Es war sehr, sehr heiß, dafür habe ich nun mein drittes Hard Rock Café T-Shirt ergattert. Danach ging es Richtung Niagara Fälle. Ich hätte sie mir ehrlich gesagt größer vorgestellt. Für anderthalb Stunden sind wir auf die Kanadische Seite gegangen, wo ich dann mein viertes Hard Rock T-Shirt bekommen habe. Als wir wieder zurück in die USA wollten, wollte mich der Angestellte an der Grenze nicht rüber lassen, da ein wichtiges Papier fehlte. Wir haben schon damit gerechnet, da uns gesagt wurde, dass, wenn man Papiere aus dem Pass nimmt, keine Rückreise möglich ist. Ich habe aber nie Papiere aus meinen Pass genommen. Das, was der Mann sehen wollte, hatte ich aber zum Glück extra in meinem Koffer. Also sind meine Eltern zum Wohnmobil gegangen, um nach dem gewünschten Zettel zu suchen. Kurz nachdem sie weg waren, wurde ich mit einer Warnung freigelassen. Dummerweise konnte ich mich nicht erinnern, wo wir geparkt haben. Also bin ich durch die Gegend gerannt. Als ich dann eingestehen musste, dass ich völlig falsch war, bin ich wieder zurück zur Grenze gerannt und nach fünf Minuten kam dann auch mein Papa mit dem richtigen Zettel.

Abschied

Mittwoch, 8. Juni 2011

Am Mittwochabend kamen meine deutschen Eltern mit 120 Minuten Verspätung mit einem schönen großen gemieteten Auto an. Da es schon so spät war, hieß es  nur noch essen und dann ab ins Bett. Am nächsten Morgen haben wir Deutschen uns auf nach Detroit gemacht. Wir sind mit einer kleinen Bahn durch die Stadt gefahren und auch noch in ein Hard Rock Café gegangen, wo ich mir noch ein T-Shirt kaufen konnte. In Ida wieder angekommen habe ich meinen Eltern die Schule und alles darum herum gezeigt, wie das Footballfeld und das Softballfeld. Auch mit meiner Englisch- und Mathelehrerin haben wir gesprochen.  Als wir damit fertig waren, gab es Abendbrot und mehrere Familienmitglieder zum kennenlernen. Die Kinder haben sich von ihrer besten Seite gezeigt und hinterließen den Eindruck, als wenn sie Engel wären – was für ein falscher Eindruck. Dann bin ich schnell in mein gelbes Graduationskostüm geschlüpft und die anderen in ihre guten Sachen und dann ging es in die Turnhalle der Schule. Die Familien und Freunde konnten seitlich in den Tribünen (das ist typisch in einer amerikanischen Schule) Platz nehmen oder auf den extra aufgestellten Stühlen. Es war total voll. Am Tag zuvor hatten wir mehrere Probedurchläufe, so dass wir Schüler wussten, wo wir hin müssen.
Da ich mir ausgesucht habe, dass ich vorne sitze, war ich eine der Ersten, die in die Turnhalle gelaufen ist. Ich bin mit zwei weiteren Mädchen händehaltend reingegangen und der ganze Marsch von allen Schülern wurde von der Schulband begleitet. Auf dem Weg zu unseren Stühlen haben sich unsere Lehrer links und rechts hingestellt. Als dann alle hundert 12. Klässler reingekommen sind, durften wir uns hinsetzten. Das Programm begann mit Reden von einigen Schülern. Diese Reden haben Zusammenfassungen der Schuljahre, Ratschläge und Dankesreden an Schüler, Lehrer, Eltern und Gott beinhaltet. Danach ist jede einzelne Reihe aufgestanden und hat sich an einem Podium mit einem Sprecher angestellt. Als man an der Reihe war, hat man sein Namenschild abgegeben und der Name wurde dann laut vorgelesen. Dann ging es auf zu dem Direktor und anderen Leuten, denen man die Hand schütteln musste. Man ist über eine Bühne gelaufen und hat dabei dann eine kleine Mappe fürs Diplom erhalten, welche aber leer war. Das eigentliche Diplom kann man sich später in der Schule abholen. Wieder zurück am Platz haben die Reihen versucht, sich gleichzeitig hinzusetzten und in dem gleichen Moment die hintere Reihe aufzustehen. Manchmal hat der Sprecher ein Handzeichen gegeben oder jemand hat leise gezählt oder manchmal haben es alle verpennt. Dann haben wir uns eine Präsentation angesehen mit Babyfotos und aktuellen Fotos von jedem Schüler. Danach war der Direktor mit seiner Rede dran. Wir konnten unser Tassel (Bändel, dass an unserem Hut hängt) von der rechten Seite nach der linken wechseln. Ein paar 12. Klässler haben auch noch Musik gemacht und gesungen. Danach konnten wir unsere Hüte hoch werfen. Viele haben die Oberseite ihrer Hüte mit Fotos und ihren Collegenamen dekoriert. Diese hatten es einfacher, ihren Hut wiederzufinden. Ich habe meinen gar nicht erst allzu hoch geworfen, so dass ich ihn gleich wieder auffangen konnte. Die ganze Veranstaltung wurde live mit abgeschrieben, so dass alle, vor allem die, die nicht gut hören können, alles mitverfolgen können.  Als dann alles zu Ende war, sind wir wieder rausgelaufen, einmal eine dreiviertel Runde rum im Schulgebäude bis zum Ausgang, wo die Lehrer in einem Spalier auf uns gewartet haben und uns applaudiert haben. Ich wünschte, wir hätten so etwas auch in Deutschland, dann hätte ich es bestimmt richtig genießen können. Nach der Graduation hatten die 12.Klässser einen Ausflug zu einem Boot, welcher bis um 6 Uhr früh angedauert hätte. Da ich aber am nächsten Morgen nach Cedar Point (Vergnügungspark) gehen wollte, habe ich nicht mitgemacht. Bevor es ganz dunkel wurde, haben wir noch schnell Fotos im Garten mit der  Familie gemacht.
Am Freitag haben sich meine amerikanischen und deutschen Eltern und ich nach Cedar Point aufgemacht. Sehr schnell hat sich herausgestellt, dass meine deutschen Eltern und meine amerikanische Mutti lieber  nichts so wildes fahren und ich und mein amerikanischer Papa alles Verrücktes mitnehmen. Dazu muss gesagt werden, dass Jerimy Höhenangst hat, doch verrückte Achterbahnen sind nun mal hoch. Trotzdem ist er alle mit mir gefahren. Wir sind welche gefahren, wo man im Stehen angeschnallt wird, oder eine, die nur 18 Sekunden dauerte, weil sie so schnell war. Eine Achterbahn wurde sofort, nach dem wir sie gefahren sind, wegen irgendwelcher Probleme geschlossen. Das gibt einen doch gleich ein ungutes Gefühl. Jerimy ist mit mir sogar mit zu einem Turm gegangen, wo man hochgefahren wird und dann sozusagen runter fällt. Außerdem konnte man Fotos im Wild West Style machen. Also haben wir fünf uns fotografieren lassen. Die Fotos sehen richtig klasse aus. Irgendwann haben wir dann ein Elefantenohr gegessen, was eine riesige Teigware mit Zimt ist, und dann ging es auch schon wieder zurück.

Am Samstag war meine Graduationsparty. Am Morgen haben wir alles vorbereitet. Ballons wurden aufgeblasen, die meisten mit Helium. Zucker für eine Zuckerwattemaschine wurde gekauft, welche dann aber leider doch nicht so funktioniert hat wie geplant. Bis 14 Uhr, bevor Freunde, Nachbarn und Familienmitglieder kamen, sind wir noch zur Abkühlung in unseren neuen Pool gegangen. Dann gab es eine Wasserbombenschlacht, die hauptsächlich zwischen mir und kleineren Kindern stattgefunden hat – alle gegen mich! Das war das erste Mal, dass meine Sachen nass geworden sind. Dann wurde ich mit irgendwelchem Schaum besprüht, etwas später dann noch einmal… Da es aber so gestunken hat, musste ich erst mal duschen. Nach dem ersten Angriff wurde ich dann auch noch in den Pool geschmissen. Das war das zweite Mal, dass meine Sachen nass wurden.  Im Pool wurde weiter gekämpft. Dann gab es aber erst mal was zu essen und meine schöne Torte. Danach waren wieder welche im Pool, also bin ich mit meinen immer noch nassen Sachen wieder in den Pool gehüpft. Die Männer haben in der Zeit Hufeisen geworfen. Später hat dann ein Nachbar seine riesige Folie für Slip and Slide mitgebracht. Das ist das gleiche, was wir zu unserem Senior Picknick hatten, bloß dass diesmal 4 Personen gleichzeitig rutschen konnten. Das hat dann noch mehr Nachbarn angelockt.  Dabei wurde mein neues T-Shirt, was ich gerade angezogen hatte, gleich wieder nass. Wir haben wie verrückt von links und rechts geschlittert. Es wurden versehentlich  mehrere Löscher reingemacht… Als es dann dunkel wurde, jeder nass und erschöpft war, haben wir Bierpong gespielt. An beiden Enden eines Tisches befinden sich Plasitkbecher mit ein bisschen Bier drinnen. Zwei Leute, welche ein Team bilden, stehen am jeweiligen Ende und versuchen mit einem Tischtennisball ins Bier zu treffen.  Aus hygienischen Gründen haben wir nach der ersten Runde Wasser reingemacht. Wenn ein Ball im Becher gelandet ist, muss das gegnerische Team daraus trinken bzw. einen Schluck aus der Bierdose nehmen. Wessen Becher zuerst leer sind, der hat verloren. Wir hatten 4 Teams. Das Gewinnerteam hat dann gegen das andere Gewinnerteam gespielt. Ich habe auch mitgespielt, aber für mich hat dann immer irgendjemand anderes getrunken. Mein Partner war mein Onkel. Mein deutscher Vater hat mit einem Nachbarn gespielt. Jerimy hat mit seiner Cousine gespielt und dann waren noch zwei weitere Nachbarn in einem Team. Alle amerikanischen Männer waren sehr erfahren. Bei den Spielen habe sich viel Eindruck auf die anderen gemacht, da ich nicht allzu schlecht war. Ich habe genauso oft getroffen wie mein Partner und wir haben am Ende gewonnen. Oh, das tat gut den ehrgeizigen Männern und auch Frauen zu zeigen, wo es lang geht! Gleich am Anfang, als wir unser erstes Spiel gewonnen haben, habe ich die Beerpongkrone von einem Nachbarn bekommen, den wir besiegt haben. Die Krone war ein Wikingerhut mit Hörnern drauf. Mir hat der Nachbar gesagt, ich kann diese behalten, aber später hat mir seine Frau gesagt, dass die Krone sehr wichtig für ihn ist und er es nur gesagt hat, da er betrunken war. Auch besser so, ich hätte sowieso keinen Platz mehr dafür gehabt –  für meine Sachen habe ich nämlich jetzt drei Koffer gebraucht. Am Ende spielten wir noch ein Spiel gegen ein anderes Team und wir haben schon wieder gewonnen! Die Spiele waren sehr knapp und nervenzerreißend. Zwischendurch war auch noch der Strom weg, was total normal in Ida ist. Wir hätten im Dunkeln dagestanden, wenn wir keine Mückenkerzen angehabt hätten. Nach ein paar Minuten kam der Strom aber auch wieder zurück. Um 24 Uhr ging es dann ins Bett. Da es so heiß war, konnte ich nur 4 Stunden schlafen. Am nächsten Morgen hatten Jerimy und Ich überall Schmerzen. Da wir es anscheinend etwas mit dem Schlittern übertrieben haben. Schmerzen hin oder her, es ging mit Reiten weiter. Die Fahrt bis zum Reiterhof hat ganze zwei Stunden gedauert. Tracy ist in einem Reiterhof aufgewachsen, daher hat sie ein verspieltes Pferd bekommen mit dem Namen Lewe. Wir anderen hatten wenig bis gar keine Erfahrung, deswegen wurden für uns Pferde rausgesucht, die ganz einfach dem vorderen Pferd folgen. Das Pferd von meinem deutschen Papa hieß Buddy, von meiner deutschen Mutti Jazz, meins Pela und Jerimys Pferd hieß genauso wie sein leiblicher Vater: Milo. Das Pferd war das langsamste von allen. Da hat auch alles nachhelfen mit dem Fuß nicht helfen können. Wir sind dann für eine Stunde mit einer Führerin geritten. Für kurze Abschnitte sind wir auch mal getrabt. Am Ende haben wir festgestellt, dass das reiten unseren Körper aufgelockert hat, so dass die Schmerzen nicht mehr so schlimm waren. Trotzdem sind wir noch mit einer komischen Körperhaltung gelaufen. Nach einer Stunde Pause in Ida ging es zum Laser Tag. Wir haben eine Weste mit Sensoren und eine Laserpistole bekommen. Wir hatten auch gleich eine andere Gruppe, die gegen uns gespielt hat. In dem Raum, in welchem wir gespielt haben, waren viele Wände, so dass es einem Labyrinth sehr ähnlich war. Es war dunkel, aber es gab keinen Nebel, weshalb es auch schwer zu erkennen war, ob man getroffen hat oder nicht. Jedes Team hatte ein Gerät an der Decke, welches das gegnerische Team nicht abschießen durfte. Fürs Abschießen gab es Punkte und jeder Spieler durfte sechsmal das Ding abschießen. Jedes Team hat das eigene Gerät nicht wirklich verteidigt. Tracy hat sogar einer Gegnerin das Gerät gezeigt. Außerdem konnte man auch die gegnerischen Spieler abschießen. Auch dafür gab es Punkte. Wenn man getroffen wurde, konnte man für sechs Sekunden nicht schießen.  Manchmal habe ich weit und breit keinen Gegner gesehen, trotzdem muss mich doch jemand erwischt haben. Rennen war nicht erlaubt, daran konnte ich mich nicht halten und die Konsequenz war, dass ich voll gegen eine Wand gerannt bin. Jerimy hatte Heimvorteil, da er dort mal gearbeitet hat. Nach Ende der Öffnungszeiten haben die Angestellten bis zur Öffnung am nächsten Abend gespielt… Während des Spiels hat er mich mehrmals erschreckt, da er aus dem Nichts aufgetaucht und dann wieder ins Nichts geschlichen ist.
Unser Team hat beide Spiele, welche 15 Minuten lang waren, gewonnen. Im ersten Spiel bin ich 4. von 8 geworden und im zweiten 1. von 9! Die eine Angestellte, die dort gearbeitet hat, war übrigens auch in meiner Klasse.
Am Abend hat dann noch mein deutscher Papa die Larven gegessen, welche ich noch übrig gelassen hatte. Er hatte dabei keine Probleme.
Am Montag mussten wir uns dann verabschieden. Jerimy musste früh auf Arbeit. Das hatte den großen Vorteil, dass wir Zeit für uns hatten. Wir hatten insgesamt 15 Minuten. Die ganzen Zeit haben wir uns umarmt und geheult. Um 11 Uhr haben wir uns dann von den anderen verabschiedet, was nicht ganz so schlimm verlaufen ist. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass Sammi richtig anfängt zu heulen.
Wir sind dann 6 Stunden nach Chicago gefahren. Am nächsten Tag haben wir unser Wohnmobil abgeholt und sind zu einem Campingplatz gefahren. Aus Zeitgründen sind wir zum Michigan See gegangen und haben uns gründlich abgekühlt, da hier 40 Grad waren.

Und (fast) zum Schluss – Das Wetter

Montag, 30. Mai 2011

Letzte Woche hatte ich Prüfungen. In der Woche davor, in meiner letzten Schulwoche, veranstalteten die 12. Klässler an einem Freitag während der letzten zwei Schulstunden ein Picknick. Es war glücklicherweise warm draußen. Es gab viel zu essen. Wir konnten Volleyball, Frisbee und Hufeisenwerfen spielen. Bei letzterem benutzt man allerdings anstelle echter Hufeisen Stricke, an deren Enden Golfbälle befestigt sind und die sich dann (hoffentlich) um dafür aufgestellte Stangen wickeln sollen.

Außerdem gab es Wasserbomben und eine lange nasse (Wasser + Babyöl!) Schlitterfolie. Einfach Anlauf nehmen und losschlittern!  Erst wollte ich das nicht machen, da ich keine Wechselsachen dabei hatte, aber wann werde ich nochmal so eine Gelegenheit bekommen? Oh, es war ein riesiger Spaß!

Um mich besser auf die anstehenden Prüfungen vorbereiten zu können, habe ich mich vor einer Woche entschlossen,  mit dem Training aufzuhören.

Mein letztes Spiel war vorletzte Woche Sonntag. Es fand  in Ida statt und  eigentlich waren es insgesamt 4 Spiele. Eine Spielerin hat für jeden Spieler Poster gemacht (siehe Fotogalerie).

Unser Trainer hat mich gleich beim ersten Spiel mitspielen lassen. Es kamen zwei Bälle direkt auf mich zu, die ich zu meiner Verblüffung alle beide gefangen habe! Es fühlt sich richtig gut an, wenn die Menschenmenge anfängt für einen zu jubeln! Das Beste ist aber, wenn Menschen, die du vorher noch nie gesehen hast, deinen Namen rufen! Etwas irritierend, aber total toll!

Als ich dann am Schlagen war, habe ich sogar mal den Ball getroffen und konnte bis zur ersten Base rennen, ohne dass das gegnerische Team mich rauswerfen konnte!

Dieser Tag war sehr heiß. Als ich nach Hause gekommen bin, musste ich feststellen, dass mein Gesicht und auch meine Hände dunkelbraun gebrannt waren, was nicht wirklich gut aussieht, wenn der restliche Körper noch käseweiß ist…

An dem gleichen Abend war auch noch Brookes 18. Geburtstag. Besser gesagt ihre Vorgeburtstagsfeier, da sie erst eine Woche später Geburtstag hat.

Es hatte mittlerweile angefangen zu regnen, doch wir haben draußen in der Garage gefeiert und ich hatte kurze Sachen an und mein Körper glühte. Anstatt mich auszuruhen, habe ich bis 23 Uhr mit einem Hockeyschläger rumgespielt, mit dem Resultat, dass ich am nächsten Tag total erkältet war. Aber sicher wieder wegen der anstehenden Prüfungen. Wie schon gesagt: vor wichtigen Ereignissen bekomme ich immer eine Erkältung…

Die Prüfungen am Donnerstag und Freitag habe ich aber trotzdem überstanden. Manche waren sehr schwer, mache auch einfach. Es gibt hauptsächlich Fragen, wo man  A, B oder C ankreuzt, manchmal auch D, wobei D dann für: “A – C sind richtig” oder aber auch: “Keines der oben genannten ist richtig” steht. Ja, das ist normal in Amerika. Es gab auch Fragen wie: „Welche Antwort ist am MEISTEN richtig? A,B oder C?“…

Die 12. Klässler haben so einiges für ihre letzte Woche geplant, wie “Parken ohne Regeln”.  Ein paar Schüler haben für 200$ (140€) Plakate gekauft und nachts die ganze Schule mit Genehmigung des Direktors  beklebt. Doch der Physiklehrer wusste nichts davon und fand das nicht so toll. Deshalb  hat er, bevor die Schule losging, alles wieder abgenommen…

Stellt euch vor, manche Lehrer sind schon früh um 4 Uhr in der Schule!

Am letzten Schultag, sind dann viele mit Traktoren in die Schule gekommen und auch Wasserbomben und Trötenschall flogen durch die Luft.

Durch den heftigen Regen der letzten Tage wurde die Trinkwasserversorgung hier gestört. Das heißt, es sind Bakterien ins Wasser gelangt. Also wurden in der Schule die Wasserspender mit Tüten bedeckt und es gab an jeder Wand Handdesinfektionsmittel. Unser Haus bekommt aber  Wasser aus einer anderen Quelle, man darf  es eh nicht trinken. Also hat uns das nicht so sehr betroffen.

Am Sonntag von 4 bis 5 Uhr gab es eine Tornadowarnung. Die Sirene ging in Ida an, also haben wir die Kinder, Maggie (Chihuahua), Windeln, Decken und Saft geschnappt und sind zu den Nachbarn gegangen, da diese einen Keller haben. Glücklicherweise hatten wir den Schlüssel zu deren Haus, da unsere Nachbarn sich entschlossen hatten, campen zu fahren. (Dabei haben sie davon gar nichts mitbekommen.) Als wir dann das Licht fanden, sind wir in den Keller gegangen. Ich bin total durchgedreht, als ich entdeckt habe, dass er nass war!

Keine Ahnung was besser ist: Wenn das Haus über einem weggeweht wird oder wenn man im Keller ertrinkt?!

Nach ein paar Minuten war der Strom weg und keiner hatte an Taschenlampen gedacht. Wir beschlossen deshalb, hoch ins Wohnzimmer  zu gehen. Eigentlich wollte ich nicht aus dem Fenster sehen, aber andererseits konnte ich mir das doch nicht entgehen lassen. Dann, als meine Angst langsam zurückgegangen war, ärgerte ich mich, dass ich nicht an meine Kamera gedacht habe. Die Oma ist dann, als sich das Wetter etwas gebessert hatte, rüber  in unser Haus gerannt, um Taschenlampen zu holen und Jerimy ist den Hausschlüssel holen gegangen und hat mich mit meiner Kamera überrascht, als er zurückkam.

Als sich dann alles beruhigt hatte, konnte ich noch ein paar Fotos machen und wir haben im Garten gespielt.

Bevor wir ins Nachbarhaus gerannt sind, hatten wir Hühnchenparmesan in den Ofen gestellt und als wir wiederkamen, war das Essen trotz Stromausfall warm. Doch dummerweise bedeutet Stromausfall auch, dass man die Toilette nicht benutzen kann, warum auch immer. Nach ein paar Minuten kam dann zum Glück der Strom wieder.

Charlotte hat einen Babyvogel entdeckt, welcher aber dann, als wieder schönes Wetter war, mit seiner Mutter durch die Gegend gehoppelt ist.

Eine Woche zuvor hatten zwei Babyvögel nicht so viel Glück. Tracy hat in eines der vielen Löcher im Hinterhaus, wo sich Vögel eingenistet haben, mit dem Wasserschlauch Wasser reingespritzt. Am nächsten Tag lagen zwei kleine Vögel auf dem Boden. Also haben wir in eine Büchse Löcher rein gemacht, damit das Regenwasser abfließen kann, legten Stroh, ein Handtuch und die Vögel rein und klebten das Ersatznest an den Baum – irre. Aber in der Woche hatte es  so viel geregnet und das Handtuch saugte sich voll… Die Vögel haben es leider nicht überlebt.

Charlotte feierte übrigens vor ein paar Wochen Babyshower – diese typisch amerikanische Feier für das Ungeborene. Ich verpasste die Feier leider wegen der vielen Softballspiele. Aber es soll nicht so viel losgewesen sein.

Während meiner letzten Schulwoche hat es wie verrückt geregnet. Was eigentlich gut ist, da so kein Regen mehr für nächste Woche übrig sein kann. :-)

Nächste Woche kommen nämlich meine Eltern aus Deutschland, ich werde graduieren und meine deutschen und amerikanischen Eltern und ich werden nach Cedar Point in den Vergnügungspark fahren, reiten und Laser Tag spielen gehen. Laser Tag ist wie Paintball, bloß mit Laserpistolen und ohne Farbkugeln.

Bevor es wieder zurück nach Deutschland geht, habe ich mir gestern noch schnell in 15 Minuten für 15$ (10€) die Haare schneiden lassen.

Go Michigan!

Dienstag, 10. Mai 2011

Unser Softballteam hatte geplant, am Mittwoch zu einem  Softballspiel der Michigan-Liga zu gehen. Doch dummerweise wurde unser Spiel am Dienstag auf den Mittwoch verschoben, da es am Dienstag ein bisschen geregnet hatte.
Als wir dann am Dienstag anfangen wollten zu trainieren, sind wir auf die Idee gekommen, dass wir doch an diesem Tag zu einem Liga-Spiel gehen könnten. Also hat unser Trainer eine halbe Stunde rumtelefoniert, Schüler haben Eltern zum fahren gesucht und dann ging es ganz spontan los. In Deutschland unmöglich, aber in Amerika muss man auf alles gefasst sein. (Meistens darauf, dass etwas Geplantes ausfällt.  ;-) )
Da wir als Team gekommen waren, mussten wir nicht einmal Eintritt bezahlen. Die Spieler waren ungefähr so alt wie wir, bloß halt tausendmal besser.
Während des Spieles kam auch noch ein Maskottchen der einen Mannschaft zu uns, vor dem uns allen ein wenig gruselte. Ich hab ja vor solchen Maskottchen schon immer “Respekt” – aber offensichtlich geht es nicht nur mir so.

Am Mittwoch musste ich dann aber doch unser Spiel verpassen, da Tracy Karten für ein Basketballspiel gekauft hat.
Normalerweise dürfen wir unter keinen Umständen unser Spiel verpassen, aber als Austauschschüler hat man schon ein paar zusätzliche Freiheiten.
Das Basketballspiel in unserer Turnhalle fand zwischen den  Footballspielern der Detroit Lions (Löwen) und der örtlichen Polizei statt und war eine Wohltätigkeitsveranstaltung.
Die Spieler haben nicht wirklich nach den Regeln gespielt und zwischendurch durften immer mal kleine Kinder versuchen, den Ball in den Korb zu treffen.
In der Halbzeit konnte man sich dann Autogramme holen. Ich habe von jedem Lion eins bekommen.
Wir hatten viel Spaß und am Ende haben die Footballer mit einem Punkt Vorsprung gewonnen. Wenn sie doch wenigstens auch im Football so gut wären ;-)

Am Freitag konnte man in der Schule für $2 einen Kuchen ins Gesicht eines Lehrers werfen. Für $5 durfte man näher heran gehen. Es hatten sich ungefähr 12 Lehrer freiwillig gemeldet, hauptsächlich die jungen Lehrer, am Ende tauchten aber nur vier von ihnen auf. Auch die Einnahmen aus dieser Aktion gingen dann an eine Wohltätigkeitsorganisation. Als es losging hat sich kein Schüler an irgendwelche Abstände gehalten, die Kuchen wurden richtig schön ins Gesicht der Lehrer gedrückt. Die Kuchen waren übrigens keine Kuchen, sondern Teller voller Rasierschaum. Das war die Gelegenheit für einen Schüler herauszufinden, dass er allergisch gegen Rasierschaum ist, seine ganze Hand hat angefangen zu bluten.
Aber der Rasierschaum klebt nicht so sehr wie  Kuchen und die Lehrer hatten Plastikregencapes und Mützen auf. Ein Lehrer war schlau genug, eine Taucherbrille mitzubringen.

Zu Hause haben wir jetzt auch noch einen kleinen Hund. Sein Name ist Buddy und er ist 4 Jahre alt. Er hat ganz schnell versucht zu zeigen, dass er der Boss im Haus sein will, was bei Tracy aber nicht so gut ankam. :-)
Er schläft in einem Käfig, den wir erst in mein Zimmer gestellt haben, aber da der Kleine nachts keine  Ruhe geben wollte, habe ich ihn wieder rausgeschmissen. Da hilft auch kein noch so süßer Hundeblick.