Amerika die 2.

Freitag, 23. August 2013

Inzwischen sind 2 Jahre vergangen, seit ich das letzte Mal meine Freunde und Familie in Amerika gesehen habe. Es ist an der Zeit, sie wieder einmal zu besuchen. Für 13 Tage habe ich mich in den Sommerferien in Ida angekündigt.  13 Tage scheinen vielleicht nicht viel zu sein, aber wenn man bedenkt, dass Ida auch nur ein Dorf ist und dass die Amerikaner, die arbeiten müssen, nur wenige Tage im Jahr frei bekommen, dann ist es genau die richtige Anzahl an Tagen.

 

17. Juli 2013

An einem Mittwoch ging es für mich in Dresden los. Meine ganze Reise dauerte 17 Stunden, da ich in Düsseldorf und Chicago umsteigen musste. Der Flughafen in Chicago ist riesig und ich hatte auch nicht viel Zeit. Zum Glück bekam ich gleich nach dem Aussteigen ein orangenes Ticket, so wurde ich von Mitarbeitern erkannt und musste mich nicht an den langen Schlangen anstellen. In Detroit wurde ich schon von meiner Gastmutter Tracy, meiner Schwester Charlotte und ihrem 2-jährigen Sohn Jason Charles empfangen. Jason wurde geboren, kurz nachdem ich damals Michigan verlassen hatte. Am Anfang war er sehr schüchtern, das änderte sich aber auch sehr schnell. Sammi, seine inzwischen 5-jährige Schwester, wartete zu Hause. Ihr wurde nicht erzählt, dass ich komme, sie erfuhr nur, wenn Tracy, Charlotte und JC wiederkommen, bringen sie ihr eine große Überraschung mit. Entgegen meiner Erwartungen hat mich Sammi sofort wiedererkannt und ist in meine Arme gerannt. Nachdem ich sie wieder losgelassen habe, fragte sie ganz neugierig, wo denn ihre große Überraschung sei!  Zum Glück hatte ich ja die Gastgeschenke dabei…

Auch die gleichaltrige Lili und Mike waren da. Es war sehr ungewohnt, die beiden Mädchen reden zu hören, besonders ihre Stimmen haben sich sehr verändert. Es war lustig, wenn Sammi immer anfing: „Tina, weißt du noch damals, als wir…“. Das zeigte mir, dass ich ihr anscheinend doch im Gedächtnis geblieben bin.  Ansonsten hat sich nicht viel verändert, die Küche ist inzwischen grün gestrichen, das Nachbargrundstück wurde von Mike gekauft und das Haus darauf abgerissen. Dadurch wurde unser Garten noch größer und das Spielzeug der Kinder konnte sich besser verteilen…

 

18. Juli 2013

Den heutigen Tag ging ich ruhig an, um meinen Jetlag zu bekämpfen, nur leider haben mich die brutalen Mücken nicht in Ruhe gelassen. Bloß gut, dass ich mich am gleichen Tag noch im neu aufgefüllten Pool verstecken konnte.

 

19. Juli 2013

Mein Gastvater Jerimy hat heute frei genommen und wir sind mit Tracy, Charlotte, Sammi, Jason, Lilli und Mike in den Detroiter Zoo gefahren. Es war für uns alle der erste Besuch dort.  Es war ein sehr heißer Tag mit ca. 90 Grad Fahrenheit (also ungefähr 32 Grad Celsius). Immer wenn wir eine Sprinkleranlage gefunden haben, sind wir sofort darunter gerannt, die Kinder hatten glücklicherweise auch ihre Badesachen darunter an. Jerimy verpasste mir noch eine Dusche aus einer Wasserflasche! Die nassen Sachen und Haare sind aber schnell wieder getrocknet. Der Zoo war unheimlich leer, leer an Besuchern als auch an Tieren, was uns sehr enttäuscht hat. Ein fremder Mann schenkte uns Tickets für den kleinen Zug im Zoo, die er nicht mehr brauchte und so sind wir einmal hin- und mit noch zusätzlich gekauften Tickets die Strecke wieder zurück gefahren. Wirklich etwas gesehen haben wir aber nicht.

Was aber interessant war: es gab Tiere, die wie Murmeltiere aussahen. Die lebten in einem typischen hügeligen Gelände mit Löchern und Tunneln. Für die Zoobesucher gab es einen Extratunnel, der inmitten des hügeligen Geländes rauskam und von einer durchsichtigen Kuppel überdeckt war. Zoobesucher konnten dort auf gleicher Höhe diese Tierchen beobachten!

 

Als wir wieder nach Hause gefahren sind, stand auf einmal ein fremdes Auto vor unserem Haus. Ryan, ein Freund, der mehr wie ein Bruder für Charlotte ist, kam zusammen mit seinem 6-jährigem Sohn Aiden als Überraschung. Das letzte Mal war er zu Charlottes Hochzeit in Ida, also vor 3 Jahren, ein paar Tage nachdem ich damals in Ida angekommen bin. Seit ich damals Ryan aus Spaß von der Terrasse geschubst habe, wollte er sich dafür revanchieren und nun hatte er es endlich geschafft, die zweieinhalb Stunden aus Ohio herzufahren, um mich wiederzusehen.  Selbst Charlotte und Tracy wussten nichts von seinem Besuch.
Wegen meiner Willkommensparty hat Charlotte das Gras auf dem gemähten Rasen zusammengerecht und wir haben es verbrannt, so wie es in Amerika üblich ist. Mein Job dabei war, die Grashaufen in die Schubkarre und dann ins Feuer zu werfen, da kein anderer es anfassen wollte  – wer weiß, was da alles rumkriecht… Eigentlich ganz schön clever von ihnen, aber ich wollte nun einmal höflich sein und machte es, auch wenn ich fand, dass die Glühwürmchen, wenn sie nicht leuchten, richtig eklig aussehen. Wir haben schon gestern angefangen Gras zu verbrennen und da erzählte mir Tracy von der Nachbarin, deren Grundstück an unseren Garten grenzt. Vor ein paar Tagen hat nämlich der Rauch in ihre Richtung geweht und da kam sie raus und hat sich lautstark beschwert. Gestern blies der Rauch wieder in ihre Richtung, doch nichts passierte. Heute war die Windrichtung die gleiche und prompt kam Frau Nachbarin wieder. Sie schrie uns an, dass sie ein krankes Kind und ein Neugeborenes im Haus hätte. Außerdem sollten wir doch lieber für 25 Dollar jemanden kommen lassen, der das Gras entsorgt, so wie das jeder macht. Aber warum Geld bezahlen, wenn man es doch auch selber entsorgen kann? Natürlich tat sie mir leid, denn ihr Haus war kaum noch unter der Rauchwolke zu erkennen. Kurzerhand holte die Nachbarin einen riesigen Ventilator heraus, den man als Amerikaner immer im Schuppen stehen hat, stellte ihn in die Nähe des Zauns, so weit wie die Schnur reichte, machte ihn an und stapfte wütend davon. Ryan, Mike und sein Sohn, der ebenfalls Mike heißt und der Vater von Sammi ist, machten sich über diese Idee lustig und das zurecht: Für die ersten Sekunden wurde der Rauch in ihre Richtung gestoppt, dann fing er an zu wirbeln und wehte unbeeindruckt weiter! Dies war so lustig anzusehen, dass ich das unbedingt fotografieren musste. Ich kam mir vor, als wäre ich hinter den Kulissen einer Filmproduktion, wo versucht wird, mit riesigen Ventilatoren Wind zu erzeugen.

Da wir so viel Gras hatten, fing Mike (der ältere) an, einen neuen Haufen zu errichten und anzubrennen und so kam noch mehr Rauch auf die Nachbarin zu. Als der Wind für einen kurzen Moment seine Richtung änderte und auf das von Mike neu gekaufte Grundstück wehte, schrie er aus Spaß zu Tracy: „Könntest du bitte aufhören, deinen Rauch in mein Grundstück wehen zu lassen, ich werde noch ganz krank!“

 

20. Juli 2013
Es ist Samstag und der inzwischen knapp 4-jährige EJ kam aus Chicago von seinem Vater Eric zurück. Er war sehr schüchtern, soll mich aber angeblich auf einem Foto, welches ihm Charlotte von gestern gezeigt hatte, wiedererkannt haben. Im Laufe des Tages kam er mir immer wieder über den Weg gelaufen und rief: „Hey Tina!“. Ein ganzes Jahr habe ich damals immer wieder versucht, ihm meinen Namen beizubringen und jetzt, da er sprechen kann, ist es schön, es endlich zu hören.

 

Da ich jetzt meinen Führerschein habe, fragte ich, ob ich auch einmal fahren dürfte. Also fand ich mich ganz schnell hinter dem Lenkrad des neuen Jeeps meiner Schwester wieder. Zusammen mit Tracy sollte ich kurz zum Supermarkt und wieder zurück fahren. Der Familien-Van wäre viel zu groß für mich gewesen. Es war ungewohnt, Automatik zu fahren und die Bremsen haben schon auf jede kleine Berührung reagiert, aber da die Straßen hier nicht sehr kompliziert sind, haben wir es lebend und ohne Kratzer überstanden. Zum Glück durfte ich beim Supermarkt gleich die erstbeste Parklücke nehmen, weit weg von den vielen Autos und dem Eingang. Tracy meinte, ich sei gut gefahren…

 

An dem Tag haben wir noch einen Großeinkauf getätigt. Es wurden u.a. eine kleine Wasserrutsche für die Kinder gekauft, eine große Folie zum rutschen für die Großen (Slip`n Slide) und Ryan hat sich eine Luftdruckpistole für 100 Dollar geleistet. Zu meiner Überraschung haben wir bei Wal-Mart noch eine riesige Torte, auf der „Welcome Home Tina“ draufstand, abgeholt. Die Schrift war handgeschrieben und nachdem uns Ryan darauf hingewiesen hat, dass das „i“ von Tina wie ein „u“ aussah, lasen wir alle nur noch „Tuna“ (Thunfisch).
Heute war nun meine Willkommens-Party. Dummerweise fand auch am gleichen Tag unseren Nachbarn Wayne und Jenny eine Tattoo-Party bei statt. Diese verstehen sich mittlerweile nicht mehr so gut mit meiner Gastfamilie. Deswegen hat es mich auch nicht gewundert, dass sie ihre Feier auf den gleichen Tag wie meine lang geplante Feier legten. Persönlich habe ich es aber nicht genommen, da ich mich immer noch gut mit ihnen verstehe. Tracy ließ sich auch noch schnell ein neues Tatoo stechen.

Jerimy grillte Fleisch, kurzzeitig artete es in ein großes Feuer aus und die Hauswand hat seitdem einen Rußfleck…
Dank Jerimy musste ich mich auch im Armdrücken gegen Ryan beweisen, was eigentlich sinnlos war, da ich nun mal eindeutig keine Chance gegen ihn hatte. Nur mit Jerimys Hilfe schaffte ich es, ihn zu besiegen. Da das aber nicht fair war, fragte mich Ryan, ob ich irgendwelche Wertsachen bei mir trage, packte mich und warf mich in den Pool! Endlich hatte er seine Revanche bekommen …

Nach und nach kamen immer mehr Gäste, auch viele, die ich gar nicht kannte, u.a. eine Familie, die angeblich zu meiner Abschlussfeier schon da war, was gut möglich ist, denn ich kannte damals auch nicht jeden. Die Frau der Familie war aber verwundert, warum ich auf einmal braune Haare habe, sie hatte meine Haarfarbe heller in Erinnerung… Meine Haarfarbe hatte sich über die Jahre nicht verändert, im Gegensatz zu manchen Erinnerungen.

Es waren auch Kinder von der Nachbarparty da, da diese keine Tattoos haben wollten. Sie waren jünger als ich, 13 und 16, und total aufgedreht, also habe ich mich stattdessen lieber mit den anderen unterhalten und Tischtennis gespielt. Als dann die Slip`n Slide-Folie  ausgebreitet wurde, sind wir alle in paar Mal langeschliddert. Die Folie war leider kürzer als die, die wir vor zwei Jahren hatten und für meinen Geschmack war es auch etwas zu kalt. Bevor wir alle in Fahrt kommen konnten, wurde das 13-jährige Mädchen von zwei Jungs auf die Folie gezogen und hat dabei ihr Bikini-Unterteil verloren (es war eins, was man an der Seite zubindet)! Alle waren schockiert! Ich fand es lustig, wie Jerimy und Rob (ein Onkel), der beim Slip`n Slide die ganze Zeit über gefilmt hat, am Ende der Folie standen und sich umdrehten. Es war süß, wie sich Jerimy und Ryan mit einem Handtuch um das Mädchen kümmerten. Dummerweise war diese ganze Aktion der Killer für Slip`n Slide, was mich natürlich sehr geärgert hat. Doch Miss „Unten ohne“ trocknete schnell ihre Tränen und wie ich später erfuhr, hat sie sich mit ihrer 16-jährigen Schwester an Ryan, Mike und Jerimy rangemacht. Ihre Augen wurden aber groß, als Ryan auf einmal Jerimy „Dad“ nannte. Sie hatten gedacht, die Männer wären alle gleich alt. Da die Mädels aber zu jung für die 3 Männer waren, haben die Männer versucht, das Ganze zu unterbinden.

Nach einem langen Tischtennisspiel, viel Essen und Billardspielen wurden es immer weniger Menschen. Der Vater der zwei Mädchen ist ohne seine Töchter losgefahren, so dass sie bei den Nachbarn schlafen mussten. Den Vater selber lernte ich als einen sehr netten Menschen kennen. Er kommt aus Texas und schwärmt von der deutschen Autobahn. Da seine Töchter anscheinend sehr unerträglich waren, wurden sie schon früh um 5 von Wayne zu ihrem Vater gefahren. Eine Stunde zuvor bin ich erst ins Bett gegangen. Ich habe noch in der Garage Billard mit Mike und Ryan gespielt. Vielleicht hätte ich nicht den Mund so voll nehmen sollen, wie toll es doch ist, dass wir Deutschen schon ab 16 legal trinken dürfen. Als die Kugeln nicht mehr getroffen werden wollten und Ryan den Zusammenhang zwischen Afrika und Ägypten nicht verstand, wurde die Party offiziell beendet.

 

21. Juli 2013

Heute durfte ich mit Ryans Luftdruckpistole schießen. Wir haben ein Blatt Papier mit einem Zombiegesicht an einem Baum befestigt und obwohl die Zielscheibe schon fast an meiner Nase klebte, habe ich das Ziel trotzdem verfehlt, sogar den Baum… Ryan meinte, ich sollte mit beiden Augen, nicht nur mit einem, auf Kimme und Korn schauen. Das ging aber gar nicht. Nach mehreren Versuchen und als dann eine der kleinen grünen Kugeln vom Baum abgeprallte und schließlich mich traf, hörte ich entgeistert auf. Ryan bewies mir schnell mit nur einer Hand, dass es doch möglich war und der Zombie hatte verloren.

 

22. Juli 2013

Schon ewig haben wir es geplant und jetzt endlich ging es in den Vergnügungspark in Cedar Point. Für viel Geld haben Mike (der jüngere), Jerimy und ich ein Ticket bekommen, einen Fast Lane Pass, mit dem wir uns an besonderen Schlangen anstellen durften, die viel kürzer waren als die normalen. Statt einer Wartezeit von 1 bis 2 Stunden brauchten wir nur 15 bis 30 Minuten warten. Dadurch konnten wir auch viel mehr Achterbahnen fahren. Tracy und Charlotte sind sowieso nicht so große Fans von Achterbahnen und hatten deshalb auch nicht solche Tickets. Aber wenn sie doch einmal etwas Aufregenderes fahren wollten, haben wir uns mit ihnen zusammen bei der langen Schlange angestellt.

Wir sind u.a. eine Achterbahn gefahren, die zwei  Wagen hatte. Die Wagen sind immer wie bei einem Wettrennen gefahren. Tracy und ich saßen im roten Wagen. Jerimy und Mike in dem blauen. Als beide nebeneinander fuhren, hat Jerimy seine Hand rausgehalten und ich habe diese abgeklatscht. Tracy hat mir daraufhin sofort gesagt, dass das verboten sei. Doch anscheinend fanden die anderen in den Waagen das auch lustig und fingen ebenfalls an, ihre Arme rauszustrecken. Die Wagen haben sich immer wieder gegenseitig überholt und eine Hand nach der anderen wurde abgeklatscht. Beim Aussteigen sagte die Frau, die hinter uns saß, zu Tracy und mir: „Gut gemacht“, es war völlig egal, dass der Wagen der anderen schneller war.

Mit dem Wetter hatten wir nicht so viel Glück, es hat geregnet. Ab und zu wurden die Fahrgeschäfte für mehrere Minuten geschlossen. Ich hatte nur eine kurze Hose und ein T-Shirt an. Die Jungs hatten wenigstens noch ein Basecap. Ich habe sehr gefroren und mitten in der Schlange konnte man dem Regen auch nicht entgehen. Besonders lustig wurde es während der Fahrt. Alle Insassen hörten auf zu schreien und versuchten nun, ihre Gesichter mit den Armen und Händen zu bedecken. Beim Kettenkarussell setzte ich mich auf eine äußere Schaukel. Noch bevor es losging, klammerte ich mich an Tracy neben mir fest, die noch ein Stück Dach über sich hatte. Aber als es dann losging, wurde ich nach außen geschleudert und bekam das ganze Wasser vom Dach ab!

Als wir wieder irgendwo in einer Schlange standen in der Hoffnung, dass diese Achterbahn nicht auch noch zugemacht wird, hat Jerimy versucht, meine kalten Arme zu wärmen. Eine Frau von der Security sah uns verdutzt an und als Mike meinte, sie solle nicht fragen, fing sie noch mehr an zu grübeln, was wir machen. Nach einer Weile wollte sie dann unsere Arme sehen, da sie dachte, wir versuchten zu vertuschen, dass wir keine Fast Lane Pass-Armbänder hätten…

Als die Schlange überhaupt nicht mehr vorwärts rückte, weil wahrscheinlich kein Wagen mehr fuhr und ich komplett durchnässt war, sind wir zu einem Souvenirladen gerannt und haben uns trockene Sachen gekauft. Ich war zwar trotzdem noch durchgefroren, aber nach einer Stärkung im Snoppi-Restaurant sind wir noch weitere tolle Achterbahnen gefahren, bis der Park schloss.

Der Vorteil nach dieser Pause war, dass viele Besucher wegen dem Regen aufgaben. Dadurch wurden die Schlagen noch kürzer und bei einer Achterbahn konnten wir sogar geradewegs durchlaufen. Vor 2 Jahren habe ich mit meinen amerikanischen und deutschen Eltern ca. 2 Stunden an dieser Achterbahn warten müssen.
Während der Rückfahrt nach Hause habe ich endlich mal ein Opposum gesehen, es war kleiner als gedacht und ist rechtzeitig von der Straße gelaufen.

 

24. Juli 2013

Mit Charlotte, Tracy und den Kinder ging es ins Henry Ford-Museum. Es gab schöne glänzende alte Autos u.a. sogar das Auto, in dem Kennedy saß, als er erschossen wurde. Außerdem konnte man in alte Flugzeuge steigen, deren Sitze interessant aussahen.

 

25. Juli 2013

Heute sind wir mit dem Bus von Toledo nach Cleveland gefahren. Die Reise dauerte ungefähr 2 Stunden. In Cleveland wurden wir von einem Freund von Charlotte abgeholt. Dieser war Automechniker und hatte seinen Schalldämpfer so bearbeitet, dass sein Auto einen schnittigen Sound machte. Ungewöhnlich für Amerika fuhr er ein Auto mit manueller Schaltung. Er wollte sein Können unter Beweis stellen und ließ seine Reifen quietschen, so dass wir in die Sitze gepresst wurden. Es kam uns so vor, als wenn er sehr schnell fahren würde, das lag aber nur daran, dass wir schneller waren als die anderen Autos, die sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten. So erlebt man 140 km/h ganz anders als zu Hause auf der Autobahn.

Wir wurden zu Mike und Lili in Akron gefahren, die vor ein paar Tagen aus Ida abgereist waren. Mike lebt hier zusammen mit seinem Bruder in einem für die drei viel zu großem Haus. Die beiden Männer haben nebenbei eine kleine Computerfirma, genau so sah auch ihr Büro aus: 180 Grad Arbeitsfläche zusammengestellt aus Schreibtischen und von vorne bis hinten mit Bildschirmen und Laptops bestückt! Auch das Zimmer, welches in ein Kino umgewandelt wurde, hat mich beeindruckt. Es war ein schallgedämpfter Raum und man bekam das Zimmer auch stockdunkel. An dem einem Ende befand sich auf einer kleinen Erhöhung eine große lange bequeme Couch und an dem anderen Ende eine riesige Leinwand.

 

26. Juli 2013

Nachdem wir bei Mike und Lilli übernachtet haben, wurden wir von Mike nach Cleveland gefahren. Als erstes haben wir uns einen Markt angesehen, der aber nicht besonders war. Dann sind wir mit dem Zug zur Rock‘n Roll Hall of Fame gefahren. Der Zug hatte nur zwei Wagons und war relativ leer. Als wir drei uns während der Fahrt nach einem Plan umgeschauten, hielt der Zug auf einmal an. Nach einer Weile bekamen wir mit, dass der Fahrer wollte, dass wir uns wieder hinsetzen sollen und nur deshalb angehalten hat!

In der Rock and Roll Hall of Fame gab es viele Gitarren, Kostüme, Schallplatten, CD’s und noch vieles mehr von damaligen Rockstars. Es war sehr interessant, so etwas einmal zu sehen, aber mir haben nur sehr wenige Künstler etwas gesagt.

Danach sahen wir uns die Stadt noch etwas an und aßen im Hard Rock Cafe zu Mittag.

Dann sind wir in Richtung eines Einkaufszentrums gefahren, haben dann aber gemerkt, dass wir es mit unserer Zeit nicht ganz schaffen werden, also sind wir wieder zurück, wo es aber auch ein Einkaufszentrum gab. Es befand sich halt in der Nähe der Bushaltestelle. Am Abend ging es von dort dann wieder zurück nach Toledo.

 

27. Juli 2013

Am Samstag wollte Kaitlin, eine Freundin aus meinem damaligen Cheerleaderteam, eigentlich eine Party für mich geben, da sie aber dann doch arbeiten musste und viele der anderen Cheerleader im Urlaub waren, mussten wir diese Feier leider absagen.

Also sind wir spontan mit der Familie 2 Stunden nach Frankenmouth gefahren. Für unterwegs habe ich einen XXL Mountain Dew Slushi bekommen (Mountain Dew schmeckt wie Fanta, ist aber mit Coffein versetzt).

In Frankenmouth ist die größte Weihnachtsausstellung der USA. Dort gab es wirklich alles an Weihnachtsbaumdekoration: von der Coca-Cola-Flasche, einer Schokoladensaucenflasche, sogar  Reitgeschirr (für John Wayne-Fans), Tomaten bis hin zu einer Kugel „Ich liebe meine Wüstenrennmaus“ gab es alles. Man konnte sogar kostenlos etwas auf die Dekoration draufschreiben lassen. Ich habe mir eine blaue Cheerleaderkugel gekauft, wo ich mir gelb meinen Namen habe draufschreiben lassen.

 

Auf dem Rückweg sind wir über Lansing, die Hauptstadt von Michigan gefahren. Als wir geparkt haben, kam uns gleich ein Polizist entgegen. Sofort hat Jerimy ihm erzählt, dass ich aus Deutschland komme, um ein paar touristische Informationen zu bekommen. Die Kinder bekamen von dem Polizisten jeweils einen McDonalds-Gutschein für ein Gratis Eis. Wir sind zum Kapitol gelaufen, um es uns näher anzusehen.  Dort hatte sich gerade ein Hochzeitspaar fotografieren lassen. Der Polizist kam immer hinter uns her. Es stellte sich heraus, dass er für einen Tag mal in Dresden war.

Das Kapitol war abgeschlossen. Als wir weiter gehen wollten, fragte uns der Polizist, ob wir uns das Kapitol von innen ansehen möchten. Später haben immer alle erzählt, dass er uns nur wegen mir reingelassen hat. Ich hätte eher gedacht, dass er es uns  wegen der Kinder angeboten hat – wie auch immer.

Der Polizist war jedenfalls sehr kinderlieb. Im Aufzug hat er EJ, der Angst hatte, Mut zugesprochen. Oben angekommen konnten wir hinuntersehen. In jede Etage hingen Bilder wichtiger Personen, wie Richtern oder so. Während wir alle unsere Fotoapparate zückten, entschloss sich Sammi, die nichts sehen konnte, auf das Geländer zu springen! Gott sei Dank stand der Polizist daneben und packte sie in letzter Sekunde mit einer Hand und zog sie zurück! Sammy wäre sonst sehr tief runtergefallen! Wir anderen schauten alle in dem Moment nach oben oder unten, bekamen es nur aus den Augenwinkeln mit und waren schockiert! Ich stand gleich daneben, dankte dem Polizisten und er starrte mich mit einer total gefühlslosen Mine an. Ich kann nicht sagen, ob er selber geschockt war, ob er auf uns wütend war oder ob das für ihn nicht besonderes war, sondern sein täglicher Job. Später erzählte  er uns, dass es vor ein paar Jahren viel Stress gab (ja, er hat gesagt, es gab „Stress“) weil ein 7-jähriges Mädchen in dem Gebäude runtergefallen und gestorben ist.
Jetzt war das Gebäude sehr leer, da es gerade renoviert wurde. Normalerweise ist es hier sehr voll, da immer viele Leute mit dem Richter und den Anwälten reden wollen. Durch die kleine private Führung haben wir auch einen Gerichtssaal von innen sehen können.

Am Ende der Führung machten wir noch süße Fotos mit den Kindern und dem Polizisten. Was für ein Job!

 

Am gleichen Tag bin ich noch dem neuen Vogel meiner Familie, einem Kiwi, näher gekommen. Aber irgendwie mag ich Tiere mit Fell lieber… Da tut es auch nichts zur Sache, dass der Vogel miauen kann! Seitdem Tracy und Jerimy ihr Schlafzimmer unten in meinem alten Zimmer haben, ist jetzt auch die Katze unten. Ja, die Familie hatte schon immer eine Katze, die habe ich bloß manchmal selber vergessen. In den zehn Monaten, in denen ich hier lebte, habe ich sie höchstens 3 Mal gesehen. Jetzt aber läuft sie sogar unten öfters rum und miaut anscheinend den Vogel an, welcher es ihr nachmacht. Damals, am Anfang der zehn Monate, besuchte mich die Katze einmal unten in meinem Zimmer. Da dachte ich noch, das wäre normal und ich würde sie öfters sehen. Jetzt, als ich für die 13 Tage oben schlief, hat sie mich auch einmal ganz am Anfang nachts oben in meinem Zimmer besucht – sie will wahrscheinlich nur nachschauen, wer da ist.

 

28. Juli 2013

Heute fand die jährliche Messe in Monroe statt, eine Art Rummel mit vielen örtlichen Ständen von Farmern. Früh haben sich Charlotte, Sammi und ich uns aufgemacht und sind dort hingefahren. Vieles wurde erst aufgebaut. Es gab auch dort wieder viele schöne alte glänzende Autos. Auch viele Tiere wurden gezeigt.

 

Nachmittags sind wir zu Brooke gefahren, der Tochter unserer Nachbarn, mit der ich damals immer zur Schule ging. Brooke hat vor ungefähr einem Monat ihr Baby bekommen und lebt jetzt bei ihrem Freund und seinen Eltern. Das Baby war nicht allzu süß, da es viel zu früh kam, deswegen durften es auch noch nicht so viele sehen, aber ich bin wie immer die deutsche Ausnahme  ;D

 

Am Abend sind Charlotte und ich zu einem Konzert auf der Messe gegangen. Den Sänger, Hunter Hayes, kannte ich vorher nicht. Er hat einen Song, der in den amerikanischen Charts ist, auch seine anderen Lieder finde ich nicht schlecht. Er singt Country, aber auf eine moderne Art. Hunter ist 21 Jahre alt und sieht auch nicht gerade schlecht aus, deswegen bin ich gern mitgekommen. Wir waren schon eine Stunde eher da und mit der Zeit füllte es sich mit immer mehr  Mädchen. Ab und zu ist auch mal ein Freund mitgekommen, aber hauptsächlich waren nur Mädchen vor der Tribüne und auf den Sitzrängen.

Die Vorband, welche aus einem Pärchen bestand, war ganz okay. Als etwas verspätet Hunter Hayes auf die Bühne kam, war das Gekreische groß. Wir standen, hatten aber trotzdem Probleme ihn zu sehen. Besonders eine Gruppe von großen Typen war uns ärgerlicherweise im Weg. Aber durch die IPhones, die hochgehalten wurden, konnte ich den Sänger immer sehr gut auf der Bühne sehen. Bei den vielen IPhones war es mir geradezu peinlich, wenn ich meine Kamera zum fotografieren hochgehalten habe…

Die Mädchen haben die Songs alle sehr gut mitgesungen, ob das Hunter auch getan hat, kann ich schwer sagen, ich habe hauptsächlich nur seine Gitarre und die Musik der Band gehört. Zwischendurch hat er auch ein, zwei Mal ein bekanntes Lied von anderen Musikern gesungen, da konnte ich dann auch mitsingen bzw. so tun als ob…

 

29.Juli 2013

Am Montagmorgen musste ich leider schon wieder zurück nach Deutschland.  Als ich am Chicagoer Flughafen gelandet bin, hatte gerade das Boarding meiner nächsten Maschine begonnen. Wie eine Verrückte bin ich dort hingerannt und habe es zur Schlange der einsteigenden Passagiere geschafft, als da nur noch 2 Leute standen… Ich konnte ja nicht ahnen, dass das Flugzeug mit einer 40-minütigen Verspätung starten würde, da es eigentlich geplant nach Hawaii fliegen sollte, warum auch immer. Also das wäre für mich auch kein Problem gewesen. Wer weiß, wann ich das nächste Mal wieder nach Amerika fliege. Vielleicht wieder in 2 Jahren, aber vielleicht kommt Amerika in 2 Jahren ja zu mir. Meine Gastfamilie hat das so geplant, aber ob das wirklich was wird, wird sich zeigen.

 

Charlotte hat gerade ihr Baby geboren

Dienstag, 14. Juni 2011

Es ist heute am 13. Juni geboren. Sein Name ist Jason Charles und ihm und seiner Mutter geht es gut.

Der Urlaub geht los

Samstag, 11. Juni 2011

Unsere Tour durch die USA begannen wir in Chicago. Am ersten Tag sind wir 5 Stunden zu einem Motel in Chicago gefahren. Dort tauschten wir unseren Jeep in ein Wohnmobil, für die Innenstadt von Chicago blieb keine Zeit. Am zweiten Tag fuhren wir auf einen Campingplatz am Michigan See und badeten darin. Am dritten Tag schauten wir uns nun endlich Chicago an. Es war sehr, sehr heiß, dafür habe ich nun mein drittes Hard Rock Café T-Shirt ergattert. Danach ging es Richtung Niagara Fälle. Ich hätte sie mir ehrlich gesagt größer vorgestellt. Für anderthalb Stunden sind wir auf die Kanadische Seite gegangen, wo ich dann mein viertes Hard Rock T-Shirt bekommen habe. Als wir wieder zurück in die USA wollten, wollte mich der Angestellte an der Grenze nicht rüber lassen, da ein wichtiges Papier fehlte. Wir haben schon damit gerechnet, da uns gesagt wurde, dass, wenn man Papiere aus dem Pass nimmt, keine Rückreise möglich ist. Ich habe aber nie Papiere aus meinen Pass genommen. Das, was der Mann sehen wollte, hatte ich aber zum Glück extra in meinem Koffer. Also sind meine Eltern zum Wohnmobil gegangen, um nach dem gewünschten Zettel zu suchen. Kurz nachdem sie weg waren, wurde ich mit einer Warnung freigelassen. Dummerweise konnte ich mich nicht erinnern, wo wir geparkt haben. Also bin ich durch die Gegend gerannt. Als ich dann eingestehen musste, dass ich völlig falsch war, bin ich wieder zurück zur Grenze gerannt und nach fünf Minuten kam dann auch mein Papa mit dem richtigen Zettel.

Abschied

Mittwoch, 8. Juni 2011

Am Mittwochabend kamen meine deutschen Eltern mit 120 Minuten Verspätung mit einem schönen großen gemieteten Auto an. Da es schon so spät war, hieß es  nur noch essen und dann ab ins Bett. Am nächsten Morgen haben wir Deutschen uns auf nach Detroit gemacht. Wir sind mit einer kleinen Bahn durch die Stadt gefahren und auch noch in ein Hard Rock Café gegangen, wo ich mir noch ein T-Shirt kaufen konnte. In Ida wieder angekommen habe ich meinen Eltern die Schule und alles darum herum gezeigt, wie das Footballfeld und das Softballfeld. Auch mit meiner Englisch- und Mathelehrerin haben wir gesprochen.  Als wir damit fertig waren, gab es Abendbrot und mehrere Familienmitglieder zum kennenlernen. Die Kinder haben sich von ihrer besten Seite gezeigt und hinterließen den Eindruck, als wenn sie Engel wären – was für ein falscher Eindruck. Dann bin ich schnell in mein gelbes Graduationskostüm geschlüpft und die anderen in ihre guten Sachen und dann ging es in die Turnhalle der Schule. Die Familien und Freunde konnten seitlich in den Tribünen (das ist typisch in einer amerikanischen Schule) Platz nehmen oder auf den extra aufgestellten Stühlen. Es war total voll. Am Tag zuvor hatten wir mehrere Probedurchläufe, so dass wir Schüler wussten, wo wir hin müssen.
Da ich mir ausgesucht habe, dass ich vorne sitze, war ich eine der Ersten, die in die Turnhalle gelaufen ist. Ich bin mit zwei weiteren Mädchen händehaltend reingegangen und der ganze Marsch von allen Schülern wurde von der Schulband begleitet. Auf dem Weg zu unseren Stühlen haben sich unsere Lehrer links und rechts hingestellt. Als dann alle hundert 12. Klässler reingekommen sind, durften wir uns hinsetzten. Das Programm begann mit Reden von einigen Schülern. Diese Reden haben Zusammenfassungen der Schuljahre, Ratschläge und Dankesreden an Schüler, Lehrer, Eltern und Gott beinhaltet. Danach ist jede einzelne Reihe aufgestanden und hat sich an einem Podium mit einem Sprecher angestellt. Als man an der Reihe war, hat man sein Namenschild abgegeben und der Name wurde dann laut vorgelesen. Dann ging es auf zu dem Direktor und anderen Leuten, denen man die Hand schütteln musste. Man ist über eine Bühne gelaufen und hat dabei dann eine kleine Mappe fürs Diplom erhalten, welche aber leer war. Das eigentliche Diplom kann man sich später in der Schule abholen. Wieder zurück am Platz haben die Reihen versucht, sich gleichzeitig hinzusetzten und in dem gleichen Moment die hintere Reihe aufzustehen. Manchmal hat der Sprecher ein Handzeichen gegeben oder jemand hat leise gezählt oder manchmal haben es alle verpennt. Dann haben wir uns eine Präsentation angesehen mit Babyfotos und aktuellen Fotos von jedem Schüler. Danach war der Direktor mit seiner Rede dran. Wir konnten unser Tassel (Bändel, dass an unserem Hut hängt) von der rechten Seite nach der linken wechseln. Ein paar 12. Klässler haben auch noch Musik gemacht und gesungen. Danach konnten wir unsere Hüte hoch werfen. Viele haben die Oberseite ihrer Hüte mit Fotos und ihren Collegenamen dekoriert. Diese hatten es einfacher, ihren Hut wiederzufinden. Ich habe meinen gar nicht erst allzu hoch geworfen, so dass ich ihn gleich wieder auffangen konnte. Die ganze Veranstaltung wurde live mit abgeschrieben, so dass alle, vor allem die, die nicht gut hören können, alles mitverfolgen können.  Als dann alles zu Ende war, sind wir wieder rausgelaufen, einmal eine dreiviertel Runde rum im Schulgebäude bis zum Ausgang, wo die Lehrer in einem Spalier auf uns gewartet haben und uns applaudiert haben. Ich wünschte, wir hätten so etwas auch in Deutschland, dann hätte ich es bestimmt richtig genießen können. Nach der Graduation hatten die 12.Klässser einen Ausflug zu einem Boot, welcher bis um 6 Uhr früh angedauert hätte. Da ich aber am nächsten Morgen nach Cedar Point (Vergnügungspark) gehen wollte, habe ich nicht mitgemacht. Bevor es ganz dunkel wurde, haben wir noch schnell Fotos im Garten mit der  Familie gemacht.
Am Freitag haben sich meine amerikanischen und deutschen Eltern und ich nach Cedar Point aufgemacht. Sehr schnell hat sich herausgestellt, dass meine deutschen Eltern und meine amerikanische Mutti lieber  nichts so wildes fahren und ich und mein amerikanischer Papa alles Verrücktes mitnehmen. Dazu muss gesagt werden, dass Jerimy Höhenangst hat, doch verrückte Achterbahnen sind nun mal hoch. Trotzdem ist er alle mit mir gefahren. Wir sind welche gefahren, wo man im Stehen angeschnallt wird, oder eine, die nur 18 Sekunden dauerte, weil sie so schnell war. Eine Achterbahn wurde sofort, nach dem wir sie gefahren sind, wegen irgendwelcher Probleme geschlossen. Das gibt einen doch gleich ein ungutes Gefühl. Jerimy ist mit mir sogar mit zu einem Turm gegangen, wo man hochgefahren wird und dann sozusagen runter fällt. Außerdem konnte man Fotos im Wild West Style machen. Also haben wir fünf uns fotografieren lassen. Die Fotos sehen richtig klasse aus. Irgendwann haben wir dann ein Elefantenohr gegessen, was eine riesige Teigware mit Zimt ist, und dann ging es auch schon wieder zurück.

Am Samstag war meine Graduationsparty. Am Morgen haben wir alles vorbereitet. Ballons wurden aufgeblasen, die meisten mit Helium. Zucker für eine Zuckerwattemaschine wurde gekauft, welche dann aber leider doch nicht so funktioniert hat wie geplant. Bis 14 Uhr, bevor Freunde, Nachbarn und Familienmitglieder kamen, sind wir noch zur Abkühlung in unseren neuen Pool gegangen. Dann gab es eine Wasserbombenschlacht, die hauptsächlich zwischen mir und kleineren Kindern stattgefunden hat – alle gegen mich! Das war das erste Mal, dass meine Sachen nass geworden sind. Dann wurde ich mit irgendwelchem Schaum besprüht, etwas später dann noch einmal… Da es aber so gestunken hat, musste ich erst mal duschen. Nach dem ersten Angriff wurde ich dann auch noch in den Pool geschmissen. Das war das zweite Mal, dass meine Sachen nass wurden.  Im Pool wurde weiter gekämpft. Dann gab es aber erst mal was zu essen und meine schöne Torte. Danach waren wieder welche im Pool, also bin ich mit meinen immer noch nassen Sachen wieder in den Pool gehüpft. Die Männer haben in der Zeit Hufeisen geworfen. Später hat dann ein Nachbar seine riesige Folie für Slip and Slide mitgebracht. Das ist das gleiche, was wir zu unserem Senior Picknick hatten, bloß dass diesmal 4 Personen gleichzeitig rutschen konnten. Das hat dann noch mehr Nachbarn angelockt.  Dabei wurde mein neues T-Shirt, was ich gerade angezogen hatte, gleich wieder nass. Wir haben wie verrückt von links und rechts geschlittert. Es wurden versehentlich  mehrere Löscher reingemacht… Als es dann dunkel wurde, jeder nass und erschöpft war, haben wir Bierpong gespielt. An beiden Enden eines Tisches befinden sich Plasitkbecher mit ein bisschen Bier drinnen. Zwei Leute, welche ein Team bilden, stehen am jeweiligen Ende und versuchen mit einem Tischtennisball ins Bier zu treffen.  Aus hygienischen Gründen haben wir nach der ersten Runde Wasser reingemacht. Wenn ein Ball im Becher gelandet ist, muss das gegnerische Team daraus trinken bzw. einen Schluck aus der Bierdose nehmen. Wessen Becher zuerst leer sind, der hat verloren. Wir hatten 4 Teams. Das Gewinnerteam hat dann gegen das andere Gewinnerteam gespielt. Ich habe auch mitgespielt, aber für mich hat dann immer irgendjemand anderes getrunken. Mein Partner war mein Onkel. Mein deutscher Vater hat mit einem Nachbarn gespielt. Jerimy hat mit seiner Cousine gespielt und dann waren noch zwei weitere Nachbarn in einem Team. Alle amerikanischen Männer waren sehr erfahren. Bei den Spielen habe sich viel Eindruck auf die anderen gemacht, da ich nicht allzu schlecht war. Ich habe genauso oft getroffen wie mein Partner und wir haben am Ende gewonnen. Oh, das tat gut den ehrgeizigen Männern und auch Frauen zu zeigen, wo es lang geht! Gleich am Anfang, als wir unser erstes Spiel gewonnen haben, habe ich die Beerpongkrone von einem Nachbarn bekommen, den wir besiegt haben. Die Krone war ein Wikingerhut mit Hörnern drauf. Mir hat der Nachbar gesagt, ich kann diese behalten, aber später hat mir seine Frau gesagt, dass die Krone sehr wichtig für ihn ist und er es nur gesagt hat, da er betrunken war. Auch besser so, ich hätte sowieso keinen Platz mehr dafür gehabt –  für meine Sachen habe ich nämlich jetzt drei Koffer gebraucht. Am Ende spielten wir noch ein Spiel gegen ein anderes Team und wir haben schon wieder gewonnen! Die Spiele waren sehr knapp und nervenzerreißend. Zwischendurch war auch noch der Strom weg, was total normal in Ida ist. Wir hätten im Dunkeln dagestanden, wenn wir keine Mückenkerzen angehabt hätten. Nach ein paar Minuten kam der Strom aber auch wieder zurück. Um 24 Uhr ging es dann ins Bett. Da es so heiß war, konnte ich nur 4 Stunden schlafen. Am nächsten Morgen hatten Jerimy und Ich überall Schmerzen. Da wir es anscheinend etwas mit dem Schlittern übertrieben haben. Schmerzen hin oder her, es ging mit Reiten weiter. Die Fahrt bis zum Reiterhof hat ganze zwei Stunden gedauert. Tracy ist in einem Reiterhof aufgewachsen, daher hat sie ein verspieltes Pferd bekommen mit dem Namen Lewe. Wir anderen hatten wenig bis gar keine Erfahrung, deswegen wurden für uns Pferde rausgesucht, die ganz einfach dem vorderen Pferd folgen. Das Pferd von meinem deutschen Papa hieß Buddy, von meiner deutschen Mutti Jazz, meins Pela und Jerimys Pferd hieß genauso wie sein leiblicher Vater: Milo. Das Pferd war das langsamste von allen. Da hat auch alles nachhelfen mit dem Fuß nicht helfen können. Wir sind dann für eine Stunde mit einer Führerin geritten. Für kurze Abschnitte sind wir auch mal getrabt. Am Ende haben wir festgestellt, dass das reiten unseren Körper aufgelockert hat, so dass die Schmerzen nicht mehr so schlimm waren. Trotzdem sind wir noch mit einer komischen Körperhaltung gelaufen. Nach einer Stunde Pause in Ida ging es zum Laser Tag. Wir haben eine Weste mit Sensoren und eine Laserpistole bekommen. Wir hatten auch gleich eine andere Gruppe, die gegen uns gespielt hat. In dem Raum, in welchem wir gespielt haben, waren viele Wände, so dass es einem Labyrinth sehr ähnlich war. Es war dunkel, aber es gab keinen Nebel, weshalb es auch schwer zu erkennen war, ob man getroffen hat oder nicht. Jedes Team hatte ein Gerät an der Decke, welches das gegnerische Team nicht abschießen durfte. Fürs Abschießen gab es Punkte und jeder Spieler durfte sechsmal das Ding abschießen. Jedes Team hat das eigene Gerät nicht wirklich verteidigt. Tracy hat sogar einer Gegnerin das Gerät gezeigt. Außerdem konnte man auch die gegnerischen Spieler abschießen. Auch dafür gab es Punkte. Wenn man getroffen wurde, konnte man für sechs Sekunden nicht schießen.  Manchmal habe ich weit und breit keinen Gegner gesehen, trotzdem muss mich doch jemand erwischt haben. Rennen war nicht erlaubt, daran konnte ich mich nicht halten und die Konsequenz war, dass ich voll gegen eine Wand gerannt bin. Jerimy hatte Heimvorteil, da er dort mal gearbeitet hat. Nach Ende der Öffnungszeiten haben die Angestellten bis zur Öffnung am nächsten Abend gespielt… Während des Spiels hat er mich mehrmals erschreckt, da er aus dem Nichts aufgetaucht und dann wieder ins Nichts geschlichen ist.
Unser Team hat beide Spiele, welche 15 Minuten lang waren, gewonnen. Im ersten Spiel bin ich 4. von 8 geworden und im zweiten 1. von 9! Die eine Angestellte, die dort gearbeitet hat, war übrigens auch in meiner Klasse.
Am Abend hat dann noch mein deutscher Papa die Larven gegessen, welche ich noch übrig gelassen hatte. Er hatte dabei keine Probleme.
Am Montag mussten wir uns dann verabschieden. Jerimy musste früh auf Arbeit. Das hatte den großen Vorteil, dass wir Zeit für uns hatten. Wir hatten insgesamt 15 Minuten. Die ganzen Zeit haben wir uns umarmt und geheult. Um 11 Uhr haben wir uns dann von den anderen verabschiedet, was nicht ganz so schlimm verlaufen ist. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass Sammi richtig anfängt zu heulen.
Wir sind dann 6 Stunden nach Chicago gefahren. Am nächsten Tag haben wir unser Wohnmobil abgeholt und sind zu einem Campingplatz gefahren. Aus Zeitgründen sind wir zum Michigan See gegangen und haben uns gründlich abgekühlt, da hier 40 Grad waren.

Und (fast) zum Schluss – Das Wetter

Montag, 30. Mai 2011

Letzte Woche hatte ich Prüfungen. In der Woche davor, in meiner letzten Schulwoche, veranstalteten die 12. Klässler an einem Freitag während der letzten zwei Schulstunden ein Picknick. Es war glücklicherweise warm draußen. Es gab viel zu essen. Wir konnten Volleyball, Frisbee und Hufeisenwerfen spielen. Bei letzterem benutzt man allerdings anstelle echter Hufeisen Stricke, an deren Enden Golfbälle befestigt sind und die sich dann (hoffentlich) um dafür aufgestellte Stangen wickeln sollen.

Außerdem gab es Wasserbomben und eine lange nasse (Wasser + Babyöl!) Schlitterfolie. Einfach Anlauf nehmen und losschlittern!  Erst wollte ich das nicht machen, da ich keine Wechselsachen dabei hatte, aber wann werde ich nochmal so eine Gelegenheit bekommen? Oh, es war ein riesiger Spaß!

Um mich besser auf die anstehenden Prüfungen vorbereiten zu können, habe ich mich vor einer Woche entschlossen,  mit dem Training aufzuhören.

Mein letztes Spiel war vorletzte Woche Sonntag. Es fand  in Ida statt und  eigentlich waren es insgesamt 4 Spiele. Eine Spielerin hat für jeden Spieler Poster gemacht (siehe Fotogalerie).

Unser Trainer hat mich gleich beim ersten Spiel mitspielen lassen. Es kamen zwei Bälle direkt auf mich zu, die ich zu meiner Verblüffung alle beide gefangen habe! Es fühlt sich richtig gut an, wenn die Menschenmenge anfängt für einen zu jubeln! Das Beste ist aber, wenn Menschen, die du vorher noch nie gesehen hast, deinen Namen rufen! Etwas irritierend, aber total toll!

Als ich dann am Schlagen war, habe ich sogar mal den Ball getroffen und konnte bis zur ersten Base rennen, ohne dass das gegnerische Team mich rauswerfen konnte!

Dieser Tag war sehr heiß. Als ich nach Hause gekommen bin, musste ich feststellen, dass mein Gesicht und auch meine Hände dunkelbraun gebrannt waren, was nicht wirklich gut aussieht, wenn der restliche Körper noch käseweiß ist…

An dem gleichen Abend war auch noch Brookes 18. Geburtstag. Besser gesagt ihre Vorgeburtstagsfeier, da sie erst eine Woche später Geburtstag hat.

Es hatte mittlerweile angefangen zu regnen, doch wir haben draußen in der Garage gefeiert und ich hatte kurze Sachen an und mein Körper glühte. Anstatt mich auszuruhen, habe ich bis 23 Uhr mit einem Hockeyschläger rumgespielt, mit dem Resultat, dass ich am nächsten Tag total erkältet war. Aber sicher wieder wegen der anstehenden Prüfungen. Wie schon gesagt: vor wichtigen Ereignissen bekomme ich immer eine Erkältung…

Die Prüfungen am Donnerstag und Freitag habe ich aber trotzdem überstanden. Manche waren sehr schwer, mache auch einfach. Es gibt hauptsächlich Fragen, wo man  A, B oder C ankreuzt, manchmal auch D, wobei D dann für: “A – C sind richtig” oder aber auch: “Keines der oben genannten ist richtig” steht. Ja, das ist normal in Amerika. Es gab auch Fragen wie: „Welche Antwort ist am MEISTEN richtig? A,B oder C?“…

Die 12. Klässler haben so einiges für ihre letzte Woche geplant, wie “Parken ohne Regeln”.  Ein paar Schüler haben für 200$ (140€) Plakate gekauft und nachts die ganze Schule mit Genehmigung des Direktors  beklebt. Doch der Physiklehrer wusste nichts davon und fand das nicht so toll. Deshalb  hat er, bevor die Schule losging, alles wieder abgenommen…

Stellt euch vor, manche Lehrer sind schon früh um 4 Uhr in der Schule!

Am letzten Schultag, sind dann viele mit Traktoren in die Schule gekommen und auch Wasserbomben und Trötenschall flogen durch die Luft.

Durch den heftigen Regen der letzten Tage wurde die Trinkwasserversorgung hier gestört. Das heißt, es sind Bakterien ins Wasser gelangt. Also wurden in der Schule die Wasserspender mit Tüten bedeckt und es gab an jeder Wand Handdesinfektionsmittel. Unser Haus bekommt aber  Wasser aus einer anderen Quelle, man darf  es eh nicht trinken. Also hat uns das nicht so sehr betroffen.

Am Sonntag von 4 bis 5 Uhr gab es eine Tornadowarnung. Die Sirene ging in Ida an, also haben wir die Kinder, Maggie (Chihuahua), Windeln, Decken und Saft geschnappt und sind zu den Nachbarn gegangen, da diese einen Keller haben. Glücklicherweise hatten wir den Schlüssel zu deren Haus, da unsere Nachbarn sich entschlossen hatten, campen zu fahren. (Dabei haben sie davon gar nichts mitbekommen.) Als wir dann das Licht fanden, sind wir in den Keller gegangen. Ich bin total durchgedreht, als ich entdeckt habe, dass er nass war!

Keine Ahnung was besser ist: Wenn das Haus über einem weggeweht wird oder wenn man im Keller ertrinkt?!

Nach ein paar Minuten war der Strom weg und keiner hatte an Taschenlampen gedacht. Wir beschlossen deshalb, hoch ins Wohnzimmer  zu gehen. Eigentlich wollte ich nicht aus dem Fenster sehen, aber andererseits konnte ich mir das doch nicht entgehen lassen. Dann, als meine Angst langsam zurückgegangen war, ärgerte ich mich, dass ich nicht an meine Kamera gedacht habe. Die Oma ist dann, als sich das Wetter etwas gebessert hatte, rüber  in unser Haus gerannt, um Taschenlampen zu holen und Jerimy ist den Hausschlüssel holen gegangen und hat mich mit meiner Kamera überrascht, als er zurückkam.

Als sich dann alles beruhigt hatte, konnte ich noch ein paar Fotos machen und wir haben im Garten gespielt.

Bevor wir ins Nachbarhaus gerannt sind, hatten wir Hühnchenparmesan in den Ofen gestellt und als wir wiederkamen, war das Essen trotz Stromausfall warm. Doch dummerweise bedeutet Stromausfall auch, dass man die Toilette nicht benutzen kann, warum auch immer. Nach ein paar Minuten kam dann zum Glück der Strom wieder.

Charlotte hat einen Babyvogel entdeckt, welcher aber dann, als wieder schönes Wetter war, mit seiner Mutter durch die Gegend gehoppelt ist.

Eine Woche zuvor hatten zwei Babyvögel nicht so viel Glück. Tracy hat in eines der vielen Löcher im Hinterhaus, wo sich Vögel eingenistet haben, mit dem Wasserschlauch Wasser reingespritzt. Am nächsten Tag lagen zwei kleine Vögel auf dem Boden. Also haben wir in eine Büchse Löcher rein gemacht, damit das Regenwasser abfließen kann, legten Stroh, ein Handtuch und die Vögel rein und klebten das Ersatznest an den Baum – irre. Aber in der Woche hatte es  so viel geregnet und das Handtuch saugte sich voll… Die Vögel haben es leider nicht überlebt.

Charlotte feierte übrigens vor ein paar Wochen Babyshower – diese typisch amerikanische Feier für das Ungeborene. Ich verpasste die Feier leider wegen der vielen Softballspiele. Aber es soll nicht so viel losgewesen sein.

Während meiner letzten Schulwoche hat es wie verrückt geregnet. Was eigentlich gut ist, da so kein Regen mehr für nächste Woche übrig sein kann. :-)

Nächste Woche kommen nämlich meine Eltern aus Deutschland, ich werde graduieren und meine deutschen und amerikanischen Eltern und ich werden nach Cedar Point in den Vergnügungspark fahren, reiten und Laser Tag spielen gehen. Laser Tag ist wie Paintball, bloß mit Laserpistolen und ohne Farbkugeln.

Bevor es wieder zurück nach Deutschland geht, habe ich mir gestern noch schnell in 15 Minuten für 15$ (10€) die Haare schneiden lassen.