Ein Hund kommt selten allein

Sonntag, 26. September 2010

Mein Alltag ist immer sehr voll gepackt.  Am Dienstag ist das Volleyballteam nach Hudson gefahren und hatte dort ein Spiel. Wir haben gewonnen. Ich habe am  Rand gesessen und die Trainer haben versucht, mir alles zu erklären, vergebens.

Jeden Donnerstag gehen Tracy, beide Omas und ich zum Bowling. Das heißt, ich habe Schule, Training, dann werde ich abgeholt und wir fahren zum Bowlen. Um 10 sind wir dann zu Hause und ich kann Hausaufgaben machen.

Letztes Wochenende habe ich deutschen Nudelsalat gemacht. Bevor ich angefangen habe, wurde alles kritisiert.
“Ich werde es wohl mal probieren müssen.”;
“Das machst du alles rein? Das kann nicht wirklich schmecken.”;
“Du weißt schon, dass du in der Lage sein musst, alles alleine aufzuessen…”;
Am Ende waren alle begeistert und ich soll es öfters mal machen.

Gestern waren Opa und ich auf einem Rock’n Roll Konzert hier in Ida. Wir waren da von 17 bis 23 Uhr. Es war anstrengend, die ganze Zeit zu stehen. Die Musik war ok, nicht was ich normalerweise höre, aber es war ok.
Ein Fan kletterte auf die Balken, aus denen das Konzertdach gebaut worden ist, und ließ sich fallen. Er hatte erwartet, dass er von den anderen aufgefangen wird. Das passierte aber nicht. Er fiel von oben nach unten auf den Betonboden mit seinem Rücken! Er konnte aufstehen und hat entsetzt geguckt, weil ihn keiner aufgefangen hat. Dann ist er raus gegangen. Mich würde wirklich interessieren was mit ihm danach passiert ist.

Am Mittwoch sind Tracy und Sammi ins Tierheim gefahren und haben einen süßen Chihuahuawelpen für Sammi gefunden. Tracy hat auch schon eine Bewerbung für ihn geschrieben. Ich habe mich riesig gefreut, als ich das gehört habe. Aber es kam alles anders als gedacht.
Am nächsten Tag bekam Tracy einen  Anruf, dass Caesar misshandelt wird. Caesar war der ehemalige Husky von meiner Gastfamilie. Sie mussten ihn aber zu Freunden geben, da sie ihn nicht genügend Auslauf geben konnten  und er zu viel Fell verliert.
Die Freunde wollten ihn aber zu einen Kampfhund umtrainieren. Caeser ist aber mehr als nur eine gute Seele. Er behandelt Sammi wie sein eigenes Kind, er kann einfach nicht böse sein.
Also hat ihn Tracy am Mittwoch abgeholt und kam nachts wieder.
Am nächsten Morgen bin ich aufgestanden und dachte, der Hund ist oben bei Tracy und Jerimy. Nein, das war er nicht. Er hat mich im Dunkeln überrascht und hat mich nicht gehen lassen. Ich war etwas überfordert um die Zeit. Irgendwie konnte ich aber aus meinem Zimmer fliehen. Jetzt muss ich jeden Morgen nicht nur auf die Katze vorbereitet sein, sondern auch auf den Hund. Das hat aber den Vorteil, dass ich definitiv munter bin nach einer unerwarteten Tierattacke.

Ceasar ist echt ein tolles Tier, manchmal etwas anstrengend, dafür aber voll süß und er kann mir im Winter mein Bett warmhalten.

Volleyball und Spanisch

Sonntag, 19. September 2010

Was bisher geschah…
Ich habe Physik gegen Spanisch umgetauscht. Mir fehlen Grundkenntnisse aus der 11. Klasse , da ich ja noch nicht in der 11. Klasse war. Und Spanisch ist echt was tolles.

In der Schule laufen auch Security-Menschen mit Pistolen rum. Ob ich mich wohler fühle dadurch? Nein, nicht wirklich.

Man sitzt auf Einzelplätzen. Die Stühle sind an den Tischen festgemacht. Man schreibt nur mit Bleistift. Hefter gibt es nicht wirklich. Man schreibt entweder in einen Block oder tut einzelne Blätter in eine Mappe. Die Bücher sind richtig dick und nach jeder Stunde muss man zu seinem Schließfach rennen, welches ich mittlerweile alleine öffnen kann.

Ein paar Lehrer haben in den Klassenzimmern eine Art Leinwand, was aber mehr ein großer Monitor mit Touchscreen ist!

Zum Mittagessen kann man sich auch was Gesundes raussuchen, was ich sehr gut finde, da ich mittlerweile kein Fastfood mehr sehen kann. Und dass schon nach 3 Wochen!

Ich habe jetzt jeden Tag nach der Schule Volleyballtraining. Ich habe mir erst das Team der 12. Klasse angesehen, aber die sind echt gut. Und damit meine ich, die sind mehr als gut. Der VC Dresden kann einpacken. Jeder springt bzw. fliegt nach dem Ball und sie sind so motiviert, dass sie keine Cheerleader brauchen.
Also bin ich jetzt bei dem Team der 11. und 10. Klasse. Die sind zwar auch noch besser als ich, aber nicht so sehr wie die der 12. Klasse.
Die Teams haben auch außerhalb von Ida Spiele, so dass wir auch etwas reisen.

Immer, wenn irgendein Sportteam aus unserer Schule ein Spiel hat, tragen die meisten aus der Schule irgendwelche Trikots, auch die Lehrer, dass ist voll lustig.

Meine erste Erkältung in Amerika habe ich schon hinter mir.

Am 16. Oktober ist Homecoming Dance. Deswegen habe ich mir heute ein Kleid und Schuhe dafür gekauft. Und jetzt kommts…. zusammen für nur 28€!

Die Schuhe haben mehr gekostet als das Kleid.
Kleid: 13€
Schuhe: 15€

Neue Bildergalerie online

Montag, 13. September 2010

Um Tina mal ein wenig unter die Arme zu greifen, habe ich die neuesten Bilder von Tinas Gastmutti Tracy in die Bildergalerie aufgenommen.

Apropos, wer die Galerie noch nicht entdeckt hat: Links oben, direkt unter der Werbung, gibts einen kleinen Button “Bildergalerie”, da kann man draufklicken und sieht eine ganze Menge netter Bilder (nur bei hochformatigen Fotos gibts ein paar Probleme :-( ).

erster Schultag

Mittwoch, 8. September 2010

Früh am Morgen bin ich mit Brooke zur Schule gelaufen, wir haben ganze 8 Minuten gebraucht, ich dachte wir brauchen nur 5 für die paar Meter. Also ist die Schule doch etwas weiter weg ;D
Mit meinem Schließfach hatte ich wie erwartet Schwierigkeiten. Ich habe mir 3 mal helfen lassen müssen und am Ende des Schultages hab ich es auch einmal hin bekommen, nach langem probieren.
Am ersten Tag wurden hauptsächlich alle Regeln erklärt, welche eigentlich in jeder Stunde immer wieder die gleichen waren.

Die erste Stunde ist Algebra. Wir hatten noch etwas Zeit, um ein paar Aufgaben zu rechnen, Textaufgaben. Ich war sehr verzweifelt, da ich nichts außer den Zahlen :) verstanden habe. Und die Zahlen wurden nicht in Metern, sondern in Fuß angegeben…!!!
Woher soll ich wissen, was Rechteck oder Umfang heißt?! Ich hab einfach irgendwas gerechnet und lag gar nicht mal so falsch. Anstatt den Umfang, habe ich eben den Flächeninhalt ausgerechnet.
Als zweite Stunde habe ich Computer Wissenschaft und das war ganz entspannt. Wir mussten uns nur gegenseitig interviewen.
“Lubke” kommt übrigens nicht gut an. “Was ist denn das für ein Name?”
Die meisten Lehrer (Leute) sprechen es wie “Labki” aus.
Ein Lehrer hat meinen Nachnamen gleich ganz weggelassen und einer hat ihn sogar richtig ausgesprochen.
Als dritte Stunde habe ich Physik, da haben wir nicht wirklich was gemacht, genauso wie in der vierten Stunde, in Business Recht. Gute Noten zu erhalten, ist in dem Fach nicht wirklich schwer.

Die Gesamtnote besteht aus:

35%  Mitarbeit, was für mich nicht allzu schwer wird, da der Lehrer mich immer fragen will, ob die Rechte in Deutschland anders sind oder nicht. Als wenn ich so viel Ahnung davon hätte, aber wenn er es nicht selber weiß, wird er nicht mitbekommen, ob ich Recht habe oder nicht…

30% allein von der Anwesenheit

15% für alle nichtvergessenen Materialien

und nur 20% für Tests

In der Stunde habe ich meinen ersten Cheerleader kennen gelernt. Sie scheint sehr nett zu sein, aber wer weiß, wie sie wirklich ist.
Zusammen mit Brooke bin ich zur Cafeteria gegangen, wo wir zu Mittag gegessen haben. Es gab Pizza, aber man konnte auch Süßes kaufen.
Als 5. Stunde habe ich Englisch. Ich bin innerlich gestorben. Wir müssen 2 Bücher zu Hause lesen und mehrere in der Schule! Und jedes Mal, wenn wir was gelesen haben, müssen wir auch was dazu schreiben, in niveauvollem English natürlich. Die Bücher, die wir zu Hause lesen, dürfen keine Kinderbücher sein. Aber das sind die einzigen Bücher, die ich verstehe! Und wie soll ich niveauvoll schreiben, wenn ich das nicht einmal in Deutsch kann?
Ich hab in meinen Gedanken schon den Kurs gewechselt, aber als ich die Lehrerin gefragt habe (eine wirklich hübsche Lehrerin, ich wusste gar nicht, dass Lehrer auch so schön sein können) ging es mir schon besser. Sie hat nämlich gesagt, dass sie ein hohes Niveau erwartet, aber nicht von mir. Für mich gilt das Motto “Dabeisein ist alles.”
Das finde ich gar nicht mal so schlecht, ich weiß bloß nicht, wie sie das dann mit den Noten machen will. Ich hoffe, sie drückt bei mir immer mal ein Auge zu.
Als vorletzte Stunde habe ich dieses komische Fach. Wir haben einen Zettel bekommen, wo nochmal extra das Fach erklärt wird, aber selbst Jerimy und Tracy wussten nichts damit anzufangen.
Der Lehrer meinte, wir machen dieses und jenes, irgendwas, was uns auf das Leben nach der Schule vorbereitet und wenn ihr nicht folgt, zieh ich euch Punkte ab. Das heißt, es gibt anscheinend Noten, was aber merkwürdig ist, da er als letztes gesagt hat, dass wir immer was zum arbeiten, also Hausaufgaben, Projekte und was weiß ich, mitbringen sollen, so dass wir uns sinnvoll beschäftigen können.
Irgendwie ergibt das keinen Sinn für mich. Wenn wir die Zeit für Hausaufgaben nutzen sollen, wie können wir da Noten darauf bekommen, die Hausaufgaben können ja nicht 2mal bewertet werden und was hat dass mit Vorbereitung auf die Zukunft zu tun? Vielleicht im entferntesten Sinne etwa, aber dafür brauche ich doch kein extra Fach.
Mein letztes Fach ist Amerikanische Geschichte. Das Fach ist genau so langweilig wie Geschichte in deutschen Schulen.
Ich habe dafür eine kennengelernt, die Deutsche, unseren Akzent und unsere geraden Zähne liebt.

Wenn Brooke mich anderen vorgestellt hat, waren die anderen nicht so an mir interessiert.
Wenn ich aber gesagt habe, ich bin ein Austauschschüler, waren gleich alle begeistert.

Football, Hochzeit und Labor Day

Montag, 6. September 2010

Freitag
Am Abend bin ich zu meinem ersten Footballspiel gegangen. Unsere Schule hat 33 zu 14 gewonnen. Unsere Mannschaft wurde von unserer Schulband und den Cheerleadern angefeuert. Dummerweise konnte niemand die Cheerleader leiden, da sie sehr eingebildet sind. Na super…
Ein Junge kam zu mir und meinte “Hey, du bist ein deutscher Austauschschüler? Das macht dich cool!”
Das gefiel mir dann schon besser, als das mit den Cheerleadern.

Samstag
Um die 10 Leute haben bei uns übernachtet, da Charlotte und Eric an diesem Tag geheiratet haben. Die ganze Feier fand bei uns zu Hause statt.  Es kamen noch mal so um die 8 Leute und dann wurden unsere Haare gemacht und jeder hat sich schick angezogen. In unserem Garten wurde dann eine Art Laufsteg aufgebaut. Ich durfte sogar auch drauf laufen, zusammen mit Sammi, die Blumen verstreute.
Als Eric und Charlotte am Ende standen, mussten beide was sagen. Sie haben von Zetteln abgelesen, es waren ca. nur um die 3 Sätze wie “Seit dem ersten Moment, wo ich dich gesehen habe, wusste ich, dass es Liebe ist.”
Charlotte hat dabei einen Lachkrampf bekommen und hat mit dem Rücken zu uns gestanden. Dann, nach langem rumzögern, haben sie sich geküsst und das war`s. Kein Standesbeamter, keine Ringe.
Ich fand es sehr unromantisch, noch dazu kommt, dass sich beide kurz vor und nach der Hochzeit gestritten haben.
Danach hat man bei irgendwelchen Trinkspielen mitgemacht oder am Lagerfeuer gesessen, so wie ich.
Ganz verrückte sind von der Treppe aufs Trampolin gesprungen – siehe Bildergalerie!!

Sonntag
Von Freitag bis Sonntag wird Labor Day gefeiert. Das ist sowas wie “Tag der Arbeit”.
13 Uhr fand in Ida eine kleine Parade statt, die auch an unserem Haus vorbei kam. Was ja nicht gerade ein Wunder ist, bei der geringen Auswahl an Straßen. Wir sind trotzdem ins Zentrum von Ida  (eine Straße weiter) gegangen.
Auch diesmal war unsre Schulband dabei.