Cheerleading, Klappe die Letzte

Sonntag, 27. Februar 2011

Am Samstag hatten wir unseren letzten Wettkampf. Wären wir besser gewesen, hätten wir noch eine weitere Woche gehabt und hätten zu einem weiteren Wettkampf gehen können. Doch nur die besten vier sind weitergekommen und damit ist Schluss für uns und mit dem Cheerleading.

Das Training war nie wirklich anstrengend, getumbled (Flickflack und so) habe ich nie.

Unsere Trainerin ist 7 Mal von der Straße “gefallen” mit ihrem Auto. Mal in einen Graben und mal in irgendeinen Garten. Darüber, ob das alles nur Ausreden für Verspätungen und für Trainingsabsagen waren, lässt sich streiten.
Mit Pünktlichkeit hat man es hier eh nicht so. Wenn man drei Minuten vor Trainingsbeginn ankommt, ist man die Erste, die da ist. In Deutschland mussten wir 10 Minuten vor Trainingsbeginn da sein und daran hat man sich auch gehalten.

Die Erwärmungen hier waren immer sehr kurz und diszipliniert waren wir auch nicht immer ;)
Wir haben insgesamt 4 Mitglieder verloren. Eine durfte nicht mehr mitmachen wegen ihrer schlechten Noten und drei andere haben aufgehört, da sie unsere Trainerin nicht leiden konnten. Die letzten 6 Wochen sind wir deshalb immer schlechter geworden.

Wir haben mehrere Team-Shirts gemacht und bei Wettkämpfen konnte man auch T-Shirts kaufen.

Zum Training mussten wir in der Cafeteria immer unsere Matten (7 Bahnen) ausrollen. Das Schlimmste war, dass zur Winterzeit hier die Luft total trocken ist. Beim Rollen konnte man die Funken sehen, die gingen auch durch die Schuhe und wer weiß, wie viele wir jedes Mal abbekommen haben. Pro Schritt ungefähr 3 große und schmerzhafte.

Da wir weniger gestuntet (Pyramiden gebaut) haben als in Deutschland, war ich darin eine der besten. Doch mein Nachteil war, dass ich immer zu groß war. Eigentlich war ich das schon aus Deutschland gewöhnt, aber hier war dann doch alles anders.
Beim stunten hat jeder so seine eigenen Angewohnheiten. Am Anfang war man begeistert, dass ich so viel Kraft habe und so ziemlich alles alleine hochstemme. Trotzdem hat nicht immer alles perfekt gestanden. Es wurde darauf geschoben, dass ich zu groß bin und zu viele Schritte mache, anstatt still zustehen. Ich mache aber Ausfallschritte, um nicht mehr zu groß zu sein und um alles auszublanacieren. Nach einer Weile hab ich es einfach akzeptiert. Aber so nach und nach wurde alles darauf geschoben. Mittlerweile habe ich gelernt, den anderen klar zu machen, auf eine mehr oder weniger nette Art, dass es n i c h t an mir liegt und die Trainerin hat mir Recht gegeben. Yeah – Tina hat gelernt, auch mal „Nein“ zu sagen, egal ob man neu ist und lieber alles auf sich nimmt. Aus Fehlern lernt man. Aber jetzt kommt’s: In der letzten Woche hat anscheinend unsere Trainerin ihre Meinung geändert. Unsere Stunts fallen nur noch runter, da ich total aufgehört hab, mich zu bewegen. Dann kam sie doch damit an, dass man das Ganze ausbalancieren kann, indem man sich BEWEGT. Aber das kann man nur wissen durch ERFAHRUNG. Ja, da hatte ich dann auch die Nase voll.

Auch in der letzten Woche war die Trainerin sauer auf uns: Wenn mal jemand nicht zum Training gekommen ist, sollen wir denjenigen nicht fragen, warum. Das geht uns nichts an. Weil wir aber gefragt haben, mussten wir durch die Schule rennen, ganze 2 Meilen (3,2 Km) und danach 3 Minuten an die Wand lehnen in Sitzposition.

Trotzdem finde ich es schade, dass es vorbei ist.

Happy Birthday

Dienstag, 22. Februar 2011

Nun bin ich endlich 17. geworden. Mein Geburtstag war ein bisschen anders, als ich es gewohnt bin. Ich hatte an einem Montag Geburtstag und meine Gastfamilie  wollte meinen Geburtstag an dem Sonntag davor feiern. Es scheint hier normal zu sein, den Geburtstag an dem Wochenende vor dem eigentlichen Geburtstag vorzufeiern. So war es zumindest auch mit Sammanthas, Charlottes und EJ’s Geburtstag.
Ich bin also am Sonntagmorgen nichtsahnend aus meinem Zimmer gekommen und plötzlich standen Geschenke auf dem Tisch. Es waren Oma, Tante, Onkel, Cousin und die Nachbarn da. Die Geschenke, die ich von meinen deutschen Eltern bekommen habe, erhielt ich z.T. als Fotos, damit ich die nicht wieder mit nach Hause schleppen muss.
Meine amerikanische Tante hatte an dem Tag ihre Playstation mitgebracht, mit der man Spiele spielen kann, wobei der eigene Körper die Fernbedienung ist. Wir haben getanzt, Volleyball, Tennis und vieles mehr gespielt. Die Bedienung hat zwar nicht immer ganz perfekt funktioniert, aber die Idee, alles mit seinem eigenen Körper zu steuern, ist unheimlich toll.

Wir hatten es an einem Tag mal so kalt, dass die Schule erst um 10 Uhr angefangen hat. Ich würde euch ja gerne sagen, wie kalt genau es war, aber jeder hat andere Zahlen genannt, die nicht einmal annähernd gleich waren.
Wir mussten an dem Morgen zur Schule laufen, da die Autos mit ihren Besitzern bereits auf Arbeit gefahren waren. Brooke und ihr Bruder sind mit was weiß ich wie vielen Jacken angekommen, ihre Gesichter waren mit einem Schal eingewickelt, dann haben sie eine Mütze mit einer Kapuze darüber getragen und die Augen wurden mit Sonnenbrillen bedeckt. Bei beiden war kein einziger Fleck Haut mehr zu sehen. Ich hingegen hab auf meine Winterjacke verzichtet, da ich in der immer schwitze. Ich habe meine Halbschuhe getragen, da der Schnee sowieso festgefroren war und gegen Eis helfen auch die besten Winterstiefel nicht. Und meine Hände hab ich anstatt in Handschuhe in meine Jackentaschen gesteckt. Und los gings. Nach nicht einmal drei Schritten beklagten sich die beiden, dass ihre Füße eingefroren sind und ich habe angefangen zu schwitzen. Na super, im Sommer hab ich mir hier den Arsch abgefroren wegen der ganzen Ventilatoren und mir wurde gesagt, dass ich im Michigan-Winter noch mehr frieren würde…

Die Woche nach meinem Geburtstag war Superbowl. Das ist das größte jährliche Sportereigniss in den USA. Die beiden Spitzenteams der American Football Liga treten gegeneinander an. Das ist für die Menschen hier ungefähr so bedeutend wie das Endspiel der Fußball-WM für den Rest der Welt.  Das Beste war, dass das Lieblingsteam von Jerimy einer der beiden Finalisten war. Doch dummerweise musste er ausgerechnet an diesem Tag arbeiten. Also saßen Tracy, Charlotte und ich vor dem Fernseher. Los ging es mit der Nationalhymne und auch wir mussten dazu aufstehen! Ich war ganz stolz auf mich, als ich erkannt habe, dass Christina Aguilera den Text der Nationalhymne falsch gesungen hat. Natürlich hat kein anderer was dazu gesagt – Nationalstolz.
Dann hat sich auch noch der Fernseher verabschiedet. Tracy ist ganz schnell zu Sammis Fernseher gerannt. Nach einer Weile war dann aber das Bild bei unserem Fernseher wieder da.
Nach ein paar weiteren Minuten sah es immer schlechter für Jerimys Team aus, so dass dann Tracy ganz aufhörte und vom Fernseher weggerannt ist. Da Charlotte sich nicht wirklich dafür interessiert hat, war ich dann die Einzige, die unser Team angefeuert hat, leider vergebens. Aber das Beste am Superbowl ist immer die Werbung. Zum Superbowl kommen neue, lustige Werbungen raus – nach amerikanischen Verhältnissen.

Da Charlotte jetzt bei uns wohnt und Eric seit diesem Jahr nun offiziell nicht mehr mit ihr zusammen ist und ausgezogen ist, haben wir Charlottes Kater auch zu uns rübergeholt. Sein Name ist Kinkate. Er ist nicht gerade der Schlankeste, aber dafür lässt er sich besser streicheln als Sugar, unsere Katze. Mo hatte auch schon seine Bekanntschaft mit ihm gemacht und sagen wir es mal so: Das Kaninchen ist dominanter als der Kater. Kinkate hat mir auch schon fast einen Herzinfarkt beschert. Es war abends und ich bin über das Babygitter gestiegen, welches ich immer vor meiner Zimmertür habe. Nur Sammi und Caesar können drüber klettern. Doch diesmal hat es auch der Kater geschafft. Ich habe ihn für einen Schatten gehalten (es war dunkel), bin versehentlich auf ihn getreten und er ist weggerannt. Das hat mich so erschreckt, dass ich schreiend wieder über das Babygitter gesprungen bin, zum Esstisch gesprintet bin und mich dahinter versteckt habe. Ich habe geheult vor lachen. :D

Caesar ist übrigens mal wieder weggelaufen. Er hat sich wie üblich aus seiner Leine im Garten befreit. Nach ein paar Tagen fanden wir ihn im Tierheim. Am gleichen Tag wurde er zu Hause wieder an die Leine gebunden und hat draußen mit Sammi gespielt. Ich sah ihn dort, schaute einmal kurz weg, sah wieder hin und da rannte er schon wieder weg! Er hatte sich in dem kurzen Moment schon wieder aus der Leine befreit! Ich war so verblüfft, dass ich nur zu Tracy sagen konnte: “Nur damit du es weißt, der Hund rennt gerade wieder weg.” Zum Glück war Tracys Reaktion hilfreicher: Sie rief Caesar beim Namen und konnte so wenigstens diesen Ausreisversuch verhindern.

Letzte Woche hatte ich Probleme mit meinem Handy, ich weiß nicht, ob nun plötzlich mein Guthaben alle war, oder ich einfach zu lange nichts eingezahlt hatte. Dummerweise bekam ich aber keine Nachricht darüber und für mich sah es so aus, als ob ich noch ganz normal Nachrichten verschicken könnte. In Amerika muss man auch für jede eingehende Nachricht bezahlen, also habe ich auch keine Nachrichten bekommen. Bis ich das aber erst einmal rausgefunden habe, ist eine ganze Woche vergangen, eine chaotische Woche.
Am Montag habe ich das Training verpasst, da ich die geänderten Trainingszeiten nicht bekam. Also war ich alleine in der Schule und ich hab keine Antwort erhalten, wann das Training nun wirklich ist.
Freitag früh hab ich einem Mädchen aus unserem Team geschrieben, ob sie mich zum Training abholen kann. Sie kam nicht und ich zu spät zum Training. Freitagabend wollte ich bei der gleichen Cheerleaderin übernachten. Mittlerweile hatte ich den Verdacht, dass mit meinem Handy etwas nicht stimmte. Ich hab mich zu ihr fahren lassen, doch keiner war zu Hause, da sie vor meinem Haus wartete… Nun konnte ich auch keinen anrufen und bitten, mich wieder abzuholen… Da hier im Ort nicht jeder die Haustür verschließt, bin ich in das riesige Haus rein gegangen, aber sofort wieder rausgerannt. Ahh – was mache ich alleine in so einem großen Haus? Ich bin doch kein Dieb! Zum Glück kam nach ein paar Minuten ihr Vater und nahm mich mit rein.
Meine nächste Befürchtung war, dass ich Tracy und Jerimy am Samstag zum Wettkampf ohne Handy verfehle, aber zum Glück haben wir uns gefunden. Sammi war ganz glücklich so unter den ganzen Cheerleadern und alle haben sie gemocht. Da war ich doch mal ganz stolz auf die Kleine.
Am nächsten Montag hatte ich dann endlich wieder Geld auf dem Handy. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte ich nach der Schule zu Hause vor der Tür gestanden. Wir haben neue Schlösser bekommen und ich habe nur den alten Schlüssel und keiner außer Jerimy war zu Hause. Der saß aber gerade in der Badewanne, hatte aber zum Glück das Telefon in Reichweite…

Letzte Woche waren Tracy und ich beim Friseur. Ja, auch das war anders, als ich es gewohnt war. Wir sind dort angekommen, haben uns in eine Liste eingetragen, haben 15 Minuten gewartet und dann waren wir dran. Ich bin zielstrebig zu den Waschbecken gegangen. Uups. Dabei werden die Haare hier nur trocken geschnitten! Nach 15 Minuten war auch schon wieder alles vorbei. Und es hat auch nur 15$ gekostet. – Nein es war nicht der 15. Februar. Aber es könnte hinhauen, dass es ungefähr 15 Uhr war ;)

Jerimy und ich liefern uns immer irgendwelche Schneeballattacken. Anfangs lag ich vorn. Ich hab immer schön sein Gesicht getroffen und hab ihn auch einmal mit einem Schneeball aus seinem Mittagsschlaf aufgeweckt. Aber dann rächte er sich. Als ich fern sah, hatte ich plötzlich überall Schnee auf mir. Beim Haare kämmen habe ich Schnee auf meinen Kopf bekommen. Und die allerbeste Attacke kam leider auch von Jerimy. Als er vom einkaufen mit Tracy wiedergekommen ist, tat er so, als wenn er mir zeigen wollte, was für eine schöne Eiscreme er für mich gekauft hat. Er machte das Gefrierfach auf, ich freute mich schon auf die Eiscreme, da bewegte er sich auf einmal blitzartig und da entdeckte ich den Schneeball im Gefrierfach! Ich bin schreiend weggelaufen, doch leider umsonst. :D