Charlotte hat gerade ihr Baby geboren

Dienstag, 14. Juni 2011

Es ist heute am 13. Juni geboren. Sein Name ist Jason Charles und ihm und seiner Mutter geht es gut.

Der Urlaub geht los

Samstag, 11. Juni 2011

Unsere Tour durch die USA begannen wir in Chicago. Am ersten Tag sind wir 5 Stunden zu einem Motel in Chicago gefahren. Dort tauschten wir unseren Jeep in ein Wohnmobil, für die Innenstadt von Chicago blieb keine Zeit. Am zweiten Tag fuhren wir auf einen Campingplatz am Michigan See und badeten darin. Am dritten Tag schauten wir uns nun endlich Chicago an. Es war sehr, sehr heiß, dafür habe ich nun mein drittes Hard Rock Café T-Shirt ergattert. Danach ging es Richtung Niagara Fälle. Ich hätte sie mir ehrlich gesagt größer vorgestellt. Für anderthalb Stunden sind wir auf die Kanadische Seite gegangen, wo ich dann mein viertes Hard Rock T-Shirt bekommen habe. Als wir wieder zurück in die USA wollten, wollte mich der Angestellte an der Grenze nicht rüber lassen, da ein wichtiges Papier fehlte. Wir haben schon damit gerechnet, da uns gesagt wurde, dass, wenn man Papiere aus dem Pass nimmt, keine Rückreise möglich ist. Ich habe aber nie Papiere aus meinen Pass genommen. Das, was der Mann sehen wollte, hatte ich aber zum Glück extra in meinem Koffer. Also sind meine Eltern zum Wohnmobil gegangen, um nach dem gewünschten Zettel zu suchen. Kurz nachdem sie weg waren, wurde ich mit einer Warnung freigelassen. Dummerweise konnte ich mich nicht erinnern, wo wir geparkt haben. Also bin ich durch die Gegend gerannt. Als ich dann eingestehen musste, dass ich völlig falsch war, bin ich wieder zurück zur Grenze gerannt und nach fünf Minuten kam dann auch mein Papa mit dem richtigen Zettel.

Abschied

Mittwoch, 8. Juni 2011

Am Mittwochabend kamen meine deutschen Eltern mit 120 Minuten Verspätung mit einem schönen großen gemieteten Auto an. Da es schon so spät war, hieß es  nur noch essen und dann ab ins Bett. Am nächsten Morgen haben wir Deutschen uns auf nach Detroit gemacht. Wir sind mit einer kleinen Bahn durch die Stadt gefahren und auch noch in ein Hard Rock Café gegangen, wo ich mir noch ein T-Shirt kaufen konnte. In Ida wieder angekommen habe ich meinen Eltern die Schule und alles darum herum gezeigt, wie das Footballfeld und das Softballfeld. Auch mit meiner Englisch- und Mathelehrerin haben wir gesprochen.  Als wir damit fertig waren, gab es Abendbrot und mehrere Familienmitglieder zum kennenlernen. Die Kinder haben sich von ihrer besten Seite gezeigt und hinterließen den Eindruck, als wenn sie Engel wären – was für ein falscher Eindruck. Dann bin ich schnell in mein gelbes Graduationskostüm geschlüpft und die anderen in ihre guten Sachen und dann ging es in die Turnhalle der Schule. Die Familien und Freunde konnten seitlich in den Tribünen (das ist typisch in einer amerikanischen Schule) Platz nehmen oder auf den extra aufgestellten Stühlen. Es war total voll. Am Tag zuvor hatten wir mehrere Probedurchläufe, so dass wir Schüler wussten, wo wir hin müssen.
Da ich mir ausgesucht habe, dass ich vorne sitze, war ich eine der Ersten, die in die Turnhalle gelaufen ist. Ich bin mit zwei weiteren Mädchen händehaltend reingegangen und der ganze Marsch von allen Schülern wurde von der Schulband begleitet. Auf dem Weg zu unseren Stühlen haben sich unsere Lehrer links und rechts hingestellt. Als dann alle hundert 12. Klässler reingekommen sind, durften wir uns hinsetzten. Das Programm begann mit Reden von einigen Schülern. Diese Reden haben Zusammenfassungen der Schuljahre, Ratschläge und Dankesreden an Schüler, Lehrer, Eltern und Gott beinhaltet. Danach ist jede einzelne Reihe aufgestanden und hat sich an einem Podium mit einem Sprecher angestellt. Als man an der Reihe war, hat man sein Namenschild abgegeben und der Name wurde dann laut vorgelesen. Dann ging es auf zu dem Direktor und anderen Leuten, denen man die Hand schütteln musste. Man ist über eine Bühne gelaufen und hat dabei dann eine kleine Mappe fürs Diplom erhalten, welche aber leer war. Das eigentliche Diplom kann man sich später in der Schule abholen. Wieder zurück am Platz haben die Reihen versucht, sich gleichzeitig hinzusetzten und in dem gleichen Moment die hintere Reihe aufzustehen. Manchmal hat der Sprecher ein Handzeichen gegeben oder jemand hat leise gezählt oder manchmal haben es alle verpennt. Dann haben wir uns eine Präsentation angesehen mit Babyfotos und aktuellen Fotos von jedem Schüler. Danach war der Direktor mit seiner Rede dran. Wir konnten unser Tassel (Bändel, dass an unserem Hut hängt) von der rechten Seite nach der linken wechseln. Ein paar 12. Klässler haben auch noch Musik gemacht und gesungen. Danach konnten wir unsere Hüte hoch werfen. Viele haben die Oberseite ihrer Hüte mit Fotos und ihren Collegenamen dekoriert. Diese hatten es einfacher, ihren Hut wiederzufinden. Ich habe meinen gar nicht erst allzu hoch geworfen, so dass ich ihn gleich wieder auffangen konnte. Die ganze Veranstaltung wurde live mit abgeschrieben, so dass alle, vor allem die, die nicht gut hören können, alles mitverfolgen können.  Als dann alles zu Ende war, sind wir wieder rausgelaufen, einmal eine dreiviertel Runde rum im Schulgebäude bis zum Ausgang, wo die Lehrer in einem Spalier auf uns gewartet haben und uns applaudiert haben. Ich wünschte, wir hätten so etwas auch in Deutschland, dann hätte ich es bestimmt richtig genießen können. Nach der Graduation hatten die 12.Klässser einen Ausflug zu einem Boot, welcher bis um 6 Uhr früh angedauert hätte. Da ich aber am nächsten Morgen nach Cedar Point (Vergnügungspark) gehen wollte, habe ich nicht mitgemacht. Bevor es ganz dunkel wurde, haben wir noch schnell Fotos im Garten mit der  Familie gemacht.
Am Freitag haben sich meine amerikanischen und deutschen Eltern und ich nach Cedar Point aufgemacht. Sehr schnell hat sich herausgestellt, dass meine deutschen Eltern und meine amerikanische Mutti lieber  nichts so wildes fahren und ich und mein amerikanischer Papa alles Verrücktes mitnehmen. Dazu muss gesagt werden, dass Jerimy Höhenangst hat, doch verrückte Achterbahnen sind nun mal hoch. Trotzdem ist er alle mit mir gefahren. Wir sind welche gefahren, wo man im Stehen angeschnallt wird, oder eine, die nur 18 Sekunden dauerte, weil sie so schnell war. Eine Achterbahn wurde sofort, nach dem wir sie gefahren sind, wegen irgendwelcher Probleme geschlossen. Das gibt einen doch gleich ein ungutes Gefühl. Jerimy ist mit mir sogar mit zu einem Turm gegangen, wo man hochgefahren wird und dann sozusagen runter fällt. Außerdem konnte man Fotos im Wild West Style machen. Also haben wir fünf uns fotografieren lassen. Die Fotos sehen richtig klasse aus. Irgendwann haben wir dann ein Elefantenohr gegessen, was eine riesige Teigware mit Zimt ist, und dann ging es auch schon wieder zurück.

Am Samstag war meine Graduationsparty. Am Morgen haben wir alles vorbereitet. Ballons wurden aufgeblasen, die meisten mit Helium. Zucker für eine Zuckerwattemaschine wurde gekauft, welche dann aber leider doch nicht so funktioniert hat wie geplant. Bis 14 Uhr, bevor Freunde, Nachbarn und Familienmitglieder kamen, sind wir noch zur Abkühlung in unseren neuen Pool gegangen. Dann gab es eine Wasserbombenschlacht, die hauptsächlich zwischen mir und kleineren Kindern stattgefunden hat – alle gegen mich! Das war das erste Mal, dass meine Sachen nass geworden sind. Dann wurde ich mit irgendwelchem Schaum besprüht, etwas später dann noch einmal… Da es aber so gestunken hat, musste ich erst mal duschen. Nach dem ersten Angriff wurde ich dann auch noch in den Pool geschmissen. Das war das zweite Mal, dass meine Sachen nass wurden.  Im Pool wurde weiter gekämpft. Dann gab es aber erst mal was zu essen und meine schöne Torte. Danach waren wieder welche im Pool, also bin ich mit meinen immer noch nassen Sachen wieder in den Pool gehüpft. Die Männer haben in der Zeit Hufeisen geworfen. Später hat dann ein Nachbar seine riesige Folie für Slip and Slide mitgebracht. Das ist das gleiche, was wir zu unserem Senior Picknick hatten, bloß dass diesmal 4 Personen gleichzeitig rutschen konnten. Das hat dann noch mehr Nachbarn angelockt.  Dabei wurde mein neues T-Shirt, was ich gerade angezogen hatte, gleich wieder nass. Wir haben wie verrückt von links und rechts geschlittert. Es wurden versehentlich  mehrere Löscher reingemacht… Als es dann dunkel wurde, jeder nass und erschöpft war, haben wir Bierpong gespielt. An beiden Enden eines Tisches befinden sich Plasitkbecher mit ein bisschen Bier drinnen. Zwei Leute, welche ein Team bilden, stehen am jeweiligen Ende und versuchen mit einem Tischtennisball ins Bier zu treffen.  Aus hygienischen Gründen haben wir nach der ersten Runde Wasser reingemacht. Wenn ein Ball im Becher gelandet ist, muss das gegnerische Team daraus trinken bzw. einen Schluck aus der Bierdose nehmen. Wessen Becher zuerst leer sind, der hat verloren. Wir hatten 4 Teams. Das Gewinnerteam hat dann gegen das andere Gewinnerteam gespielt. Ich habe auch mitgespielt, aber für mich hat dann immer irgendjemand anderes getrunken. Mein Partner war mein Onkel. Mein deutscher Vater hat mit einem Nachbarn gespielt. Jerimy hat mit seiner Cousine gespielt und dann waren noch zwei weitere Nachbarn in einem Team. Alle amerikanischen Männer waren sehr erfahren. Bei den Spielen habe sich viel Eindruck auf die anderen gemacht, da ich nicht allzu schlecht war. Ich habe genauso oft getroffen wie mein Partner und wir haben am Ende gewonnen. Oh, das tat gut den ehrgeizigen Männern und auch Frauen zu zeigen, wo es lang geht! Gleich am Anfang, als wir unser erstes Spiel gewonnen haben, habe ich die Beerpongkrone von einem Nachbarn bekommen, den wir besiegt haben. Die Krone war ein Wikingerhut mit Hörnern drauf. Mir hat der Nachbar gesagt, ich kann diese behalten, aber später hat mir seine Frau gesagt, dass die Krone sehr wichtig für ihn ist und er es nur gesagt hat, da er betrunken war. Auch besser so, ich hätte sowieso keinen Platz mehr dafür gehabt –  für meine Sachen habe ich nämlich jetzt drei Koffer gebraucht. Am Ende spielten wir noch ein Spiel gegen ein anderes Team und wir haben schon wieder gewonnen! Die Spiele waren sehr knapp und nervenzerreißend. Zwischendurch war auch noch der Strom weg, was total normal in Ida ist. Wir hätten im Dunkeln dagestanden, wenn wir keine Mückenkerzen angehabt hätten. Nach ein paar Minuten kam der Strom aber auch wieder zurück. Um 24 Uhr ging es dann ins Bett. Da es so heiß war, konnte ich nur 4 Stunden schlafen. Am nächsten Morgen hatten Jerimy und Ich überall Schmerzen. Da wir es anscheinend etwas mit dem Schlittern übertrieben haben. Schmerzen hin oder her, es ging mit Reiten weiter. Die Fahrt bis zum Reiterhof hat ganze zwei Stunden gedauert. Tracy ist in einem Reiterhof aufgewachsen, daher hat sie ein verspieltes Pferd bekommen mit dem Namen Lewe. Wir anderen hatten wenig bis gar keine Erfahrung, deswegen wurden für uns Pferde rausgesucht, die ganz einfach dem vorderen Pferd folgen. Das Pferd von meinem deutschen Papa hieß Buddy, von meiner deutschen Mutti Jazz, meins Pela und Jerimys Pferd hieß genauso wie sein leiblicher Vater: Milo. Das Pferd war das langsamste von allen. Da hat auch alles nachhelfen mit dem Fuß nicht helfen können. Wir sind dann für eine Stunde mit einer Führerin geritten. Für kurze Abschnitte sind wir auch mal getrabt. Am Ende haben wir festgestellt, dass das reiten unseren Körper aufgelockert hat, so dass die Schmerzen nicht mehr so schlimm waren. Trotzdem sind wir noch mit einer komischen Körperhaltung gelaufen. Nach einer Stunde Pause in Ida ging es zum Laser Tag. Wir haben eine Weste mit Sensoren und eine Laserpistole bekommen. Wir hatten auch gleich eine andere Gruppe, die gegen uns gespielt hat. In dem Raum, in welchem wir gespielt haben, waren viele Wände, so dass es einem Labyrinth sehr ähnlich war. Es war dunkel, aber es gab keinen Nebel, weshalb es auch schwer zu erkennen war, ob man getroffen hat oder nicht. Jedes Team hatte ein Gerät an der Decke, welches das gegnerische Team nicht abschießen durfte. Fürs Abschießen gab es Punkte und jeder Spieler durfte sechsmal das Ding abschießen. Jedes Team hat das eigene Gerät nicht wirklich verteidigt. Tracy hat sogar einer Gegnerin das Gerät gezeigt. Außerdem konnte man auch die gegnerischen Spieler abschießen. Auch dafür gab es Punkte. Wenn man getroffen wurde, konnte man für sechs Sekunden nicht schießen.  Manchmal habe ich weit und breit keinen Gegner gesehen, trotzdem muss mich doch jemand erwischt haben. Rennen war nicht erlaubt, daran konnte ich mich nicht halten und die Konsequenz war, dass ich voll gegen eine Wand gerannt bin. Jerimy hatte Heimvorteil, da er dort mal gearbeitet hat. Nach Ende der Öffnungszeiten haben die Angestellten bis zur Öffnung am nächsten Abend gespielt… Während des Spiels hat er mich mehrmals erschreckt, da er aus dem Nichts aufgetaucht und dann wieder ins Nichts geschlichen ist.
Unser Team hat beide Spiele, welche 15 Minuten lang waren, gewonnen. Im ersten Spiel bin ich 4. von 8 geworden und im zweiten 1. von 9! Die eine Angestellte, die dort gearbeitet hat, war übrigens auch in meiner Klasse.
Am Abend hat dann noch mein deutscher Papa die Larven gegessen, welche ich noch übrig gelassen hatte. Er hatte dabei keine Probleme.
Am Montag mussten wir uns dann verabschieden. Jerimy musste früh auf Arbeit. Das hatte den großen Vorteil, dass wir Zeit für uns hatten. Wir hatten insgesamt 15 Minuten. Die ganzen Zeit haben wir uns umarmt und geheult. Um 11 Uhr haben wir uns dann von den anderen verabschiedet, was nicht ganz so schlimm verlaufen ist. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass Sammi richtig anfängt zu heulen.
Wir sind dann 6 Stunden nach Chicago gefahren. Am nächsten Tag haben wir unser Wohnmobil abgeholt und sind zu einem Campingplatz gefahren. Aus Zeitgründen sind wir zum Michigan See gegangen und haben uns gründlich abgekühlt, da hier 40 Grad waren.