Und (fast) zum Schluss – Das Wetter

Montag, 30. Mai 2011

Letzte Woche hatte ich Prüfungen. In der Woche davor, in meiner letzten Schulwoche, veranstalteten die 12. Klässler an einem Freitag während der letzten zwei Schulstunden ein Picknick. Es war glücklicherweise warm draußen. Es gab viel zu essen. Wir konnten Volleyball, Frisbee und Hufeisenwerfen spielen. Bei letzterem benutzt man allerdings anstelle echter Hufeisen Stricke, an deren Enden Golfbälle befestigt sind und die sich dann (hoffentlich) um dafür aufgestellte Stangen wickeln sollen.

Außerdem gab es Wasserbomben und eine lange nasse (Wasser + Babyöl!) Schlitterfolie. Einfach Anlauf nehmen und losschlittern!  Erst wollte ich das nicht machen, da ich keine Wechselsachen dabei hatte, aber wann werde ich nochmal so eine Gelegenheit bekommen? Oh, es war ein riesiger Spaß!

Um mich besser auf die anstehenden Prüfungen vorbereiten zu können, habe ich mich vor einer Woche entschlossen,  mit dem Training aufzuhören.

Mein letztes Spiel war vorletzte Woche Sonntag. Es fand  in Ida statt und  eigentlich waren es insgesamt 4 Spiele. Eine Spielerin hat für jeden Spieler Poster gemacht (siehe Fotogalerie).

Unser Trainer hat mich gleich beim ersten Spiel mitspielen lassen. Es kamen zwei Bälle direkt auf mich zu, die ich zu meiner Verblüffung alle beide gefangen habe! Es fühlt sich richtig gut an, wenn die Menschenmenge anfängt für einen zu jubeln! Das Beste ist aber, wenn Menschen, die du vorher noch nie gesehen hast, deinen Namen rufen! Etwas irritierend, aber total toll!

Als ich dann am Schlagen war, habe ich sogar mal den Ball getroffen und konnte bis zur ersten Base rennen, ohne dass das gegnerische Team mich rauswerfen konnte!

Dieser Tag war sehr heiß. Als ich nach Hause gekommen bin, musste ich feststellen, dass mein Gesicht und auch meine Hände dunkelbraun gebrannt waren, was nicht wirklich gut aussieht, wenn der restliche Körper noch käseweiß ist…

An dem gleichen Abend war auch noch Brookes 18. Geburtstag. Besser gesagt ihre Vorgeburtstagsfeier, da sie erst eine Woche später Geburtstag hat.

Es hatte mittlerweile angefangen zu regnen, doch wir haben draußen in der Garage gefeiert und ich hatte kurze Sachen an und mein Körper glühte. Anstatt mich auszuruhen, habe ich bis 23 Uhr mit einem Hockeyschläger rumgespielt, mit dem Resultat, dass ich am nächsten Tag total erkältet war. Aber sicher wieder wegen der anstehenden Prüfungen. Wie schon gesagt: vor wichtigen Ereignissen bekomme ich immer eine Erkältung…

Die Prüfungen am Donnerstag und Freitag habe ich aber trotzdem überstanden. Manche waren sehr schwer, mache auch einfach. Es gibt hauptsächlich Fragen, wo man  A, B oder C ankreuzt, manchmal auch D, wobei D dann für: “A – C sind richtig” oder aber auch: “Keines der oben genannten ist richtig” steht. Ja, das ist normal in Amerika. Es gab auch Fragen wie: „Welche Antwort ist am MEISTEN richtig? A,B oder C?“…

Die 12. Klässler haben so einiges für ihre letzte Woche geplant, wie “Parken ohne Regeln”.  Ein paar Schüler haben für 200$ (140€) Plakate gekauft und nachts die ganze Schule mit Genehmigung des Direktors  beklebt. Doch der Physiklehrer wusste nichts davon und fand das nicht so toll. Deshalb  hat er, bevor die Schule losging, alles wieder abgenommen…

Stellt euch vor, manche Lehrer sind schon früh um 4 Uhr in der Schule!

Am letzten Schultag, sind dann viele mit Traktoren in die Schule gekommen und auch Wasserbomben und Trötenschall flogen durch die Luft.

Durch den heftigen Regen der letzten Tage wurde die Trinkwasserversorgung hier gestört. Das heißt, es sind Bakterien ins Wasser gelangt. Also wurden in der Schule die Wasserspender mit Tüten bedeckt und es gab an jeder Wand Handdesinfektionsmittel. Unser Haus bekommt aber  Wasser aus einer anderen Quelle, man darf  es eh nicht trinken. Also hat uns das nicht so sehr betroffen.

Am Sonntag von 4 bis 5 Uhr gab es eine Tornadowarnung. Die Sirene ging in Ida an, also haben wir die Kinder, Maggie (Chihuahua), Windeln, Decken und Saft geschnappt und sind zu den Nachbarn gegangen, da diese einen Keller haben. Glücklicherweise hatten wir den Schlüssel zu deren Haus, da unsere Nachbarn sich entschlossen hatten, campen zu fahren. (Dabei haben sie davon gar nichts mitbekommen.) Als wir dann das Licht fanden, sind wir in den Keller gegangen. Ich bin total durchgedreht, als ich entdeckt habe, dass er nass war!

Keine Ahnung was besser ist: Wenn das Haus über einem weggeweht wird oder wenn man im Keller ertrinkt?!

Nach ein paar Minuten war der Strom weg und keiner hatte an Taschenlampen gedacht. Wir beschlossen deshalb, hoch ins Wohnzimmer  zu gehen. Eigentlich wollte ich nicht aus dem Fenster sehen, aber andererseits konnte ich mir das doch nicht entgehen lassen. Dann, als meine Angst langsam zurückgegangen war, ärgerte ich mich, dass ich nicht an meine Kamera gedacht habe. Die Oma ist dann, als sich das Wetter etwas gebessert hatte, rüber  in unser Haus gerannt, um Taschenlampen zu holen und Jerimy ist den Hausschlüssel holen gegangen und hat mich mit meiner Kamera überrascht, als er zurückkam.

Als sich dann alles beruhigt hatte, konnte ich noch ein paar Fotos machen und wir haben im Garten gespielt.

Bevor wir ins Nachbarhaus gerannt sind, hatten wir Hühnchenparmesan in den Ofen gestellt und als wir wiederkamen, war das Essen trotz Stromausfall warm. Doch dummerweise bedeutet Stromausfall auch, dass man die Toilette nicht benutzen kann, warum auch immer. Nach ein paar Minuten kam dann zum Glück der Strom wieder.

Charlotte hat einen Babyvogel entdeckt, welcher aber dann, als wieder schönes Wetter war, mit seiner Mutter durch die Gegend gehoppelt ist.

Eine Woche zuvor hatten zwei Babyvögel nicht so viel Glück. Tracy hat in eines der vielen Löcher im Hinterhaus, wo sich Vögel eingenistet haben, mit dem Wasserschlauch Wasser reingespritzt. Am nächsten Tag lagen zwei kleine Vögel auf dem Boden. Also haben wir in eine Büchse Löcher rein gemacht, damit das Regenwasser abfließen kann, legten Stroh, ein Handtuch und die Vögel rein und klebten das Ersatznest an den Baum – irre. Aber in der Woche hatte es  so viel geregnet und das Handtuch saugte sich voll… Die Vögel haben es leider nicht überlebt.

Charlotte feierte übrigens vor ein paar Wochen Babyshower – diese typisch amerikanische Feier für das Ungeborene. Ich verpasste die Feier leider wegen der vielen Softballspiele. Aber es soll nicht so viel losgewesen sein.

Während meiner letzten Schulwoche hat es wie verrückt geregnet. Was eigentlich gut ist, da so kein Regen mehr für nächste Woche übrig sein kann. :-)

Nächste Woche kommen nämlich meine Eltern aus Deutschland, ich werde graduieren und meine deutschen und amerikanischen Eltern und ich werden nach Cedar Point in den Vergnügungspark fahren, reiten und Laser Tag spielen gehen. Laser Tag ist wie Paintball, bloß mit Laserpistolen und ohne Farbkugeln.

Bevor es wieder zurück nach Deutschland geht, habe ich mir gestern noch schnell in 15 Minuten für 15$ (10€) die Haare schneiden lassen.

Go Michigan!

Dienstag, 10. Mai 2011

Unser Softballteam hatte geplant, am Mittwoch zu einem  Softballspiel der Michigan-Liga zu gehen. Doch dummerweise wurde unser Spiel am Dienstag auf den Mittwoch verschoben, da es am Dienstag ein bisschen geregnet hatte.
Als wir dann am Dienstag anfangen wollten zu trainieren, sind wir auf die Idee gekommen, dass wir doch an diesem Tag zu einem Liga-Spiel gehen könnten. Also hat unser Trainer eine halbe Stunde rumtelefoniert, Schüler haben Eltern zum fahren gesucht und dann ging es ganz spontan los. In Deutschland unmöglich, aber in Amerika muss man auf alles gefasst sein. (Meistens darauf, dass etwas Geplantes ausfällt.  ;-) )
Da wir als Team gekommen waren, mussten wir nicht einmal Eintritt bezahlen. Die Spieler waren ungefähr so alt wie wir, bloß halt tausendmal besser.
Während des Spieles kam auch noch ein Maskottchen der einen Mannschaft zu uns, vor dem uns allen ein wenig gruselte. Ich hab ja vor solchen Maskottchen schon immer “Respekt” – aber offensichtlich geht es nicht nur mir so.

Am Mittwoch musste ich dann aber doch unser Spiel verpassen, da Tracy Karten für ein Basketballspiel gekauft hat.
Normalerweise dürfen wir unter keinen Umständen unser Spiel verpassen, aber als Austauschschüler hat man schon ein paar zusätzliche Freiheiten.
Das Basketballspiel in unserer Turnhalle fand zwischen den  Footballspielern der Detroit Lions (Löwen) und der örtlichen Polizei statt und war eine Wohltätigkeitsveranstaltung.
Die Spieler haben nicht wirklich nach den Regeln gespielt und zwischendurch durften immer mal kleine Kinder versuchen, den Ball in den Korb zu treffen.
In der Halbzeit konnte man sich dann Autogramme holen. Ich habe von jedem Lion eins bekommen.
Wir hatten viel Spaß und am Ende haben die Footballer mit einem Punkt Vorsprung gewonnen. Wenn sie doch wenigstens auch im Football so gut wären ;-)

Am Freitag konnte man in der Schule für $2 einen Kuchen ins Gesicht eines Lehrers werfen. Für $5 durfte man näher heran gehen. Es hatten sich ungefähr 12 Lehrer freiwillig gemeldet, hauptsächlich die jungen Lehrer, am Ende tauchten aber nur vier von ihnen auf. Auch die Einnahmen aus dieser Aktion gingen dann an eine Wohltätigkeitsorganisation. Als es losging hat sich kein Schüler an irgendwelche Abstände gehalten, die Kuchen wurden richtig schön ins Gesicht der Lehrer gedrückt. Die Kuchen waren übrigens keine Kuchen, sondern Teller voller Rasierschaum. Das war die Gelegenheit für einen Schüler herauszufinden, dass er allergisch gegen Rasierschaum ist, seine ganze Hand hat angefangen zu bluten.
Aber der Rasierschaum klebt nicht so sehr wie  Kuchen und die Lehrer hatten Plastikregencapes und Mützen auf. Ein Lehrer war schlau genug, eine Taucherbrille mitzubringen.

Zu Hause haben wir jetzt auch noch einen kleinen Hund. Sein Name ist Buddy und er ist 4 Jahre alt. Er hat ganz schnell versucht zu zeigen, dass er der Boss im Haus sein will, was bei Tracy aber nicht so gut ankam. :-)
Er schläft in einem Käfig, den wir erst in mein Zimmer gestellt haben, aber da der Kleine nachts keine  Ruhe geben wollte, habe ich ihn wieder rausgeschmissen. Da hilft auch kein noch so süßer Hundeblick.

 

 

 

Ostern und anderes

Montag, 2. Mai 2011

Jede Woche haben wir 2 bis 3 Softballspieltage, außer wenn schlechtes Wetter ist, dann wird das Spiel verschoben. An dem Tag, an welchem ein Spiel ist, ziehen wir uns oft besonders an oder wir tragen unsere Uniform.
Jedes Spiel dauert ungefähr 2 Stunden. Meistens haben wir zwei Spiele an einem Tag, was besonders viel Spaß macht, wenn man an einer  Schule spielt, die eine Stunde Autofahrt entfernt liegt…
Unser Trainer hat mich jetzt auch schon mehrmals mitspielen lassen. Beim ersten Mal habe ich sogar auch den Ball getroffen.
Demnächst will unser Trainer anfangen, mir die Geheimzeichen beizubringen. Jeder Trainer macht immer mehrere Handbewegungen, so dass der Spieler der eigenen Mannschaft weiß, was er machen soll und der Spieler der gegnerischen Mannschaft nicht. Unser Team hat mehrere Hilfstrainer, die ab und zu mal aushelfen. Mit dem einem habe ich über Deutschland geredet und habe ihm gesagt, dass ich aus Dresden komme. Dabei habe ich Dresden so schön mit einem englischen Akzent ausgesprochen. Der Aushilfstrainer fragte mich darauf “Dresden?” und das mit der deutschen Aussprache! Jetzt habe ich doch noch jemanden gefunden, der Dresden kennt. Das hat mich total glücklich gemacht. Der Trainer interessiert sich für Geschichte und deswegen kennt er Dresden und er würde sich gern einmal die ganze Kultur ansehen.

 

Z. Zt. haben wir typisches Aprilwetter. Mal schneit es und mal ist es so windig, dass das Dach der Grundschule herunter gekommen ist. Trotzdem hatten wir an diesem Tag Training.

Diese Woche hatten wir Spring Break (Frühlings Ferien). Die letzte Schulwoche davor hatten wir noch einmal Spirit Week, also man verkleidete sich zu bestimmten Themen.
Am Montag war Schlafanzugtag. Ausgerechnet an dem Tag hat es geschneit und wir mussten einen Feueralarm proben. Zumindest unserem Direktor hat es gefallen, wie wir im Schlafanzug im Schnee gestanden haben.

Am Dienstag war Mix Match Tag, wo man Sachen anzieht, die nicht zusammen passen. An dem Tag hab ich mich nicht besonders angezogen. Am Mittwoch war Zwillingstag. Unser ganzes Softballteam hat sich an dem Tag gleich angezogen.

Am Donnerstag war Hawai Tag. Einige hatten sogar Baströcke an. Am Freitag haben dann schon unsere Ferien angefangen.

An einem Wochenende waren wir als Familie in Pennyworld. Pennyworld ist ein Laden, wo es ganz viele Spielautomaten gibt. Am Eingang bezahlt man mit Geld, wie viel man als Pennies haben möchte und dann bekommt man eine Tüte voller Pennies. Wenn man dann an einem Automaten gewinnt, bekommt man dann Tickets, die man später gegen Spielzeug eintauschen kann. Am Ende hatten wir  3000 Tickets, dafür haben wir 40$ ausgegeben. Fotos sind in der Bildergalerie.

Sammi hat jetzt zwei neue Katzen bekommen. Ein Weibchen, Allie, und ein Männchen Alex. Die sind zum Glück etwas zutraulicher als Sugar, die andere Katze. Bloß Allie ist jetzt etwas eingeschüchtert, da sie Ärger bekommen hat, als sie auf den Tisch geklettert ist…

Zu Ostern gab es erst einmal ein Festmittagessen und dann haben wir Plastikeier, die mit Süßem gefüllt waren, im Hinterhaus versteckt. Wir haben sie so oft versteckt, dass jeder einmal suchen und verstecken konnte.

Softball

Freitag, 25. März 2011

Da die Cheerleader-Saison vorüber ist, wollte ich jetzt noch etwas anderes machen. Letzte Woche am Montag konnte man Softball ausprobieren und bis zum Freitag hat man dann erfahren, ob man es ins Team geschafft hat. Softball ist ähnlich wie Baseball, halt nur für Mädchen.
Also hab ich das mal ausprobiert. Drei Trainer haben das Ganze geleitet. Zwei Frauen und ein Mann. Zum ersten Mal fand ich, dass die Trainer wie typische amerikanische Trainer aussehen. Wahrscheinlich haben die Basecaps eine große Rolle dabei gespielt. Insgesamt sind 30 Mädchen aufgetaucht – in einem Spiel spielen nur 9 Spieler. Als erstes haben wir uns erwärmt und dann  mussten wir rennen. Oh, wie ich das liebe (nämlich überhaupt nicht). Danach haben wir uns weiter erwärmt. Die Erwärmungen haben mich an Tanzübungen erinnert, merkwürdige Tanzübungen.

Dann ging es in die Turnhalle und jeder hat sich seinen Softballhandschuh genommen und mit einem Partner den Ball hin und her geworfen. Ich hatte natürlich keinen Handschuh und meine Partnerin hat darüber blöd gelacht! Jemand hatte zum Glück einen zweiten, den ich mir ausborgen konnte. Als ich noch dabei war herauszufinden, wie man den Handschuh anzieht, der übrigens für die linke Hand ist, hat meine Partnerin den Ball bereits zu mir geworfen – grrrrr!

Nach einigen verschiedenen Übungen hatte ich den Dreh mehr oder weniger schnell raus und  habe festgestellt, dass die Bälle ganz schön schnell auf einen zukommen, dass es schwer ist, die mit einem Riesen-Handschuh und dazu mit der linken Hand zu fangen, dass man aus Reflex mit der rechten Hand fängt (schmerzhaft) und dass Softball nicht bedeutet, dass der Ball weich ist. Das Gegenteil ist der Fall.
Meine Partnerin vom Anfang war die Erste und Einzige, die den Ball voll ins Gesicht bekommen hat. Der Ball kam aber nicht von mir.
Kennt ihr das: Auch wenn man nicht an Gott glaubt, dass es manchmal Situationen gibt, in denen man denkt, dass wer auch immer da oben es mal so richtig gut mit einem meint?

Am Dienstag haben wir uns wieder schön erwärmt und dann übten wir statt fangen, schlagen. Mal musste man einfach den Ball von einem Ständer schlagen (ähnlich wie beim Golf, nur höher). Mal hat man dabei auf zwei weichen Bällen gestanden und versucht, die Balance zu halten. Bei einer anderen Übung musste man mit einem dünnen Stock kleine Bälle treffen.

Das Beste war aber ein großer, langer, vierseitiger Netzvorhang, eine Art Käfig. An einem Ende befand sich eine Ballwurfmaschine und am anderen Ende musste eine Person, bewaffnet mit Helm und Schläger, den Ball zurückschlagen. Ich durfte das auch machen. Hui, ich fand das soo toll! Ich bin nicht der vom Himmel gefallene Meister, aber dafür hab ich ein paar Bälle getroffen und einen habe ich sogar gerade bis ans andere Ende zurück geworfen. Am Ende des Tages hatte ich eine schöne, fette Blase an meinem linken Daumen, Autsch!

Mittwoch bis Freitag sind wir raus aufs Feld gegangen und haben dort von Werf-, Schlag-, Fang- und Rennübungen bis hin zur Spielroutine alles gemacht. Zum ersten Mal ist mir aufgefallen, dass wir ganze 6 Felder haben. Außerdem fand ich, dass es nach Meer roch. Aber wahrscheinlich lag es nur an der warmen Luft, die mich an Urlaub erinnert hat. Trotzdem hatte ich das Gefühl, als wenn Sand mit Hilfe von Sonnencreme an meiner Haut klebt. Auch die Möwen, die keine Einbildung waren, haben mir ein Urlaubsgefühl verschafft…
Draußen konnten wir auch mal lernen den Ball zu fangen, wenn er von weiter weg  im hohen Bogen auf einen zukommt.
Für die meisten kein Problem, da alle mehrere Jahre Erfahrung haben. Ich aber als Cheerleader weiß nur, wie man Menschen in die Luft wirft, wie die runter kommen und wie man die auffängt. Ich habe aber keine Erfahrung, wie sich so ein Softball verhält.
Mal bin ich zu weit gerannt und der Ball ist weit hinter mir aufgekommen und mal bin ich stehen geblieben, habe meinen linken Arm in die Luft gehalten und hab auf den Ball gewartet, der jedoch weit vor mir aufgekommen ist. :D
Einmal habe ich ihn dann doch fangen können. Ich den Arm in die Luft und der Ball fällt mit Karacho in den Handschuh. Ich hatte vor Schreck meine Augen zu und hab mich gefreut. Doch so schnell der Ball im Handschuh war, ist er auch wieder rausgefallen. Er ist schwer mit dem Handschuh zu greifen und eigentlich nimmt man die rechte Hand, um den Ball davon abzuhalten wieder rauszufallen. Ich hatte aber meine ungeschützte Hand schön unten in Sicherheit gehalten. Ach ja, ich wünschte ich könnte mich selber beim Training beobachten. Das wäre was, wobei ich viel, viel Spaß haben würde…

Am Freitag wurde dann jedem gesagt, ob er es ins Junior-Team oder ins Fortgeschrittenen-Team geschafft hat.
Mir haben sie erzählt, dass letztes Jahr schon einmal eine Austauschschülerin bei dem Probetraining teilgenommen hat. Die wurde dann Manager. Klingt toll, ist es aber nicht. Das bedeutet nämlich nur, dass man die ganze Zeit zugucken und mit aufräumen helfen darf. Bei mir jedoch haben sie einen Fortschritt gesehen. Am Anfang hatte ich keine Ahnung, wo ich mich mit meinem Schläger hinstellen soll. Dann haben sie mir gezeigt wohin und ich hab sofort den Ball getroffen. Selbst die anderen mit Erfahrung treffen auch nur selten den Ball. Danach muss man losrennen. Da hab ich auch eine Weile gebraucht, bis ich das mitbekommen habe, wann man rennt und bis wohin. Um das zusammenzufassen: Ich hatte absolut keinen Plan, aber als mir Teile gezeigt wurden, habe ich die relativ gut ausgeführt. Die Trainer hatten Spaß mir zuzusehen. Das heißt, ich darf mit dem Junior-Team trainieren!
Also hat es sich doch gelohnt am Dienstag wieder zu kommen, obwohl ich vor den Bällen Angst hatte.
Dieses Jahr hat sich auch noch eine andere Austauschschülerin aus Deutschland bei Softball angemeldet. Die war vorher Managerin vom Basketballteam. Sie ist am ersten Tag nicht wirklich aufgetaucht und die anderen Tage hat sie nur dagestanden und zugeguckt und beim aufräumen geholfen. Ich nehme mal an, sie hat sich selber zu unserer Managerin gemacht.
Es scheint doch eine Art Gott zu geben, der es gut mit mir meint, denn: Nein, ich kann die andere Austauschschülerin nicht besonders leiden.

Hier gibt es ein paar Erklärungen zu Softball (Regeln usw.)

Und so ungefähr sieht das aus: (Da bin weder ich noch unsere Mannschaft zu sehen)