Go Michigan!

Dienstag, 10. Mai 2011

Unser Softballteam hatte geplant, am Mittwoch zu einem  Softballspiel der Michigan-Liga zu gehen. Doch dummerweise wurde unser Spiel am Dienstag auf den Mittwoch verschoben, da es am Dienstag ein bisschen geregnet hatte.
Als wir dann am Dienstag anfangen wollten zu trainieren, sind wir auf die Idee gekommen, dass wir doch an diesem Tag zu einem Liga-Spiel gehen könnten. Also hat unser Trainer eine halbe Stunde rumtelefoniert, Schüler haben Eltern zum fahren gesucht und dann ging es ganz spontan los. In Deutschland unmöglich, aber in Amerika muss man auf alles gefasst sein. (Meistens darauf, dass etwas Geplantes ausfällt.  ;-) )
Da wir als Team gekommen waren, mussten wir nicht einmal Eintritt bezahlen. Die Spieler waren ungefähr so alt wie wir, bloß halt tausendmal besser.
Während des Spieles kam auch noch ein Maskottchen der einen Mannschaft zu uns, vor dem uns allen ein wenig gruselte. Ich hab ja vor solchen Maskottchen schon immer “Respekt” – aber offensichtlich geht es nicht nur mir so.

Am Mittwoch musste ich dann aber doch unser Spiel verpassen, da Tracy Karten für ein Basketballspiel gekauft hat.
Normalerweise dürfen wir unter keinen Umständen unser Spiel verpassen, aber als Austauschschüler hat man schon ein paar zusätzliche Freiheiten.
Das Basketballspiel in unserer Turnhalle fand zwischen den  Footballspielern der Detroit Lions (Löwen) und der örtlichen Polizei statt und war eine Wohltätigkeitsveranstaltung.
Die Spieler haben nicht wirklich nach den Regeln gespielt und zwischendurch durften immer mal kleine Kinder versuchen, den Ball in den Korb zu treffen.
In der Halbzeit konnte man sich dann Autogramme holen. Ich habe von jedem Lion eins bekommen.
Wir hatten viel Spaß und am Ende haben die Footballer mit einem Punkt Vorsprung gewonnen. Wenn sie doch wenigstens auch im Football so gut wären ;-)

Am Freitag konnte man in der Schule für $2 einen Kuchen ins Gesicht eines Lehrers werfen. Für $5 durfte man näher heran gehen. Es hatten sich ungefähr 12 Lehrer freiwillig gemeldet, hauptsächlich die jungen Lehrer, am Ende tauchten aber nur vier von ihnen auf. Auch die Einnahmen aus dieser Aktion gingen dann an eine Wohltätigkeitsorganisation. Als es losging hat sich kein Schüler an irgendwelche Abstände gehalten, die Kuchen wurden richtig schön ins Gesicht der Lehrer gedrückt. Die Kuchen waren übrigens keine Kuchen, sondern Teller voller Rasierschaum. Das war die Gelegenheit für einen Schüler herauszufinden, dass er allergisch gegen Rasierschaum ist, seine ganze Hand hat angefangen zu bluten.
Aber der Rasierschaum klebt nicht so sehr wie  Kuchen und die Lehrer hatten Plastikregencapes und Mützen auf. Ein Lehrer war schlau genug, eine Taucherbrille mitzubringen.

Zu Hause haben wir jetzt auch noch einen kleinen Hund. Sein Name ist Buddy und er ist 4 Jahre alt. Er hat ganz schnell versucht zu zeigen, dass er der Boss im Haus sein will, was bei Tracy aber nicht so gut ankam. :-)
Er schläft in einem Käfig, den wir erst in mein Zimmer gestellt haben, aber da der Kleine nachts keine  Ruhe geben wollte, habe ich ihn wieder rausgeschmissen. Da hilft auch kein noch so süßer Hundeblick.

 

 

 

Ostern und anderes

Montag, 2. Mai 2011

Jede Woche haben wir 2 bis 3 Softballspieltage, außer wenn schlechtes Wetter ist, dann wird das Spiel verschoben. An dem Tag, an welchem ein Spiel ist, ziehen wir uns oft besonders an oder wir tragen unsere Uniform.
Jedes Spiel dauert ungefähr 2 Stunden. Meistens haben wir zwei Spiele an einem Tag, was besonders viel Spaß macht, wenn man an einer  Schule spielt, die eine Stunde Autofahrt entfernt liegt…
Unser Trainer hat mich jetzt auch schon mehrmals mitspielen lassen. Beim ersten Mal habe ich sogar auch den Ball getroffen.
Demnächst will unser Trainer anfangen, mir die Geheimzeichen beizubringen. Jeder Trainer macht immer mehrere Handbewegungen, so dass der Spieler der eigenen Mannschaft weiß, was er machen soll und der Spieler der gegnerischen Mannschaft nicht. Unser Team hat mehrere Hilfstrainer, die ab und zu mal aushelfen. Mit dem einem habe ich über Deutschland geredet und habe ihm gesagt, dass ich aus Dresden komme. Dabei habe ich Dresden so schön mit einem englischen Akzent ausgesprochen. Der Aushilfstrainer fragte mich darauf “Dresden?” und das mit der deutschen Aussprache! Jetzt habe ich doch noch jemanden gefunden, der Dresden kennt. Das hat mich total glücklich gemacht. Der Trainer interessiert sich für Geschichte und deswegen kennt er Dresden und er würde sich gern einmal die ganze Kultur ansehen.

 

Z. Zt. haben wir typisches Aprilwetter. Mal schneit es und mal ist es so windig, dass das Dach der Grundschule herunter gekommen ist. Trotzdem hatten wir an diesem Tag Training.

Diese Woche hatten wir Spring Break (Frühlings Ferien). Die letzte Schulwoche davor hatten wir noch einmal Spirit Week, also man verkleidete sich zu bestimmten Themen.
Am Montag war Schlafanzugtag. Ausgerechnet an dem Tag hat es geschneit und wir mussten einen Feueralarm proben. Zumindest unserem Direktor hat es gefallen, wie wir im Schlafanzug im Schnee gestanden haben.

Am Dienstag war Mix Match Tag, wo man Sachen anzieht, die nicht zusammen passen. An dem Tag hab ich mich nicht besonders angezogen. Am Mittwoch war Zwillingstag. Unser ganzes Softballteam hat sich an dem Tag gleich angezogen.

Am Donnerstag war Hawai Tag. Einige hatten sogar Baströcke an. Am Freitag haben dann schon unsere Ferien angefangen.

An einem Wochenende waren wir als Familie in Pennyworld. Pennyworld ist ein Laden, wo es ganz viele Spielautomaten gibt. Am Eingang bezahlt man mit Geld, wie viel man als Pennies haben möchte und dann bekommt man eine Tüte voller Pennies. Wenn man dann an einem Automaten gewinnt, bekommt man dann Tickets, die man später gegen Spielzeug eintauschen kann. Am Ende hatten wir  3000 Tickets, dafür haben wir 40$ ausgegeben. Fotos sind in der Bildergalerie.

Sammi hat jetzt zwei neue Katzen bekommen. Ein Weibchen, Allie, und ein Männchen Alex. Die sind zum Glück etwas zutraulicher als Sugar, die andere Katze. Bloß Allie ist jetzt etwas eingeschüchtert, da sie Ärger bekommen hat, als sie auf den Tisch geklettert ist…

Zu Ostern gab es erst einmal ein Festmittagessen und dann haben wir Plastikeier, die mit Süßem gefüllt waren, im Hinterhaus versteckt. Wir haben sie so oft versteckt, dass jeder einmal suchen und verstecken konnte.

Prom

Montag, 18. April 2011

Vor zwei Wochen hatten die 11. und 12. Klassen ihren Prom. Prom ist eine Art Abschlussball. Viele Mädchen lieben es, dabei weite, puffige Kleider zu tragen – ich nicht.
Bevor es losging, haben wir Fotos bei meiner Nachbarin Brooke gemacht und dann hat sie mich und eine weitere Freundin 18 Uhr zum Ball gefahren, welcher in einer Halle, 10 Autominuten entfernt, stattfand. Einige sind sogar mit Limousinen angekommen. Vor der Eingangshalle hatte sich eine lange Schlange gebildet und alle haben gefroren. Zum Glück kannten wir ein paar Leute weiter vorn in der Schlange, sehr zum Leidwesen der weiter hinten Stehenden…
Am Eingang bekam jeder seine Tischkarte, welche man dann auf einem der vielen Tische platzieren konnte. Danach hatte man die Möglichkeit, sich kostenlos fotografieren lassen (wahrscheinlich einer der Gründe, warum die Eintrittskarte 45$ gekostet hat). Als alle drin und  fotografiert waren, durfte man, Tisch für Tisch, sein Essen am Buffet auswählen. Als wir unseres geholt haben, sahen wir, wie ein Mädchen mit dem Teller in der Hand ausrutschte und das Essen auf ihrem Kleid landete. Sah lustig aus, war es aber nicht, nicht nur für sie. Den ganzen Abend über war die Stelle, an der es passiert ist, sehr rutschig und die Frau, die den Boden danach wischte, ist auch nochmal ausgerutscht. Als wir dann tanzten, haben wir alle unsere Absatzschuhe ausgezogen, das hat die Rutschgefahr verringert.
Der Höhepunkt des ganzen Abends für mich war von 20 bis 22 Uhr: das war die Zeit, als der Schokoladenbrunnen eingeschaltet war! Ich bin mit zwei weiteren Freunden zu dem Brunnen hingegangen und wir haben wie verrückt zugeschlagen. Es gab Essen, das bereits in Schokolade eingetaucht war und es gab welches ohne Schokolade u.a. Erdbeeren, Bananen, Marshmalows, Kekse und Salzstangen, die man selber eintauchen konnte. Als sich der Tumult um den Brunnen gelegt hat, haben wir ganz heimlich unsere Finger in die Schokolade reingesteckt. Ohh, das war gut! (Also, wenn ich mal wieder Geburtstag habe…)
Auch die Lehrer sind zum Ball gekommen. Nachdem wir viel getanzt hatten, war dann der Ball um 23 Uhr vorbei. Das hieß aber nicht, dass der Abend schon vorüber war. Von 23 Uhr bis 4 Uhr früh ging es zum Afterprom (nach dem Ball) in die Dundee High School. Vorher sind wir aber alle nochmal nach Hause gegangen und haben uns bequeme Sachen angezogen.
In der Dundee High School war eine eher bedrückte Stimmung, da jeder müde und erschöpft war. Es gab ein riesiges Angebot an Essen: tischlange Baguettes, Eis, Pizza und Eimer voller Süßigkeiten. In der Turnhalle konnte man Basketball, Volleyball, Twister auf einer Hüpfburg, Wrestling auf einer anderen Hüpfburg und Basketball auf einer dritten Hüpfburg spielen. Man konnte lustige Fotos an einem kostenlosen Passbildautomaten machen und sich ein unechtes Tatoo aufmalen lassen. Das Beste war aber der Swimmingpool, den wir natürlich nicht ausgelassen haben.

Das Merkwürdigste aus meiner Sicht war eine Verlosung. Jeder einzelne konnte sich von einer Bühne Sachen nehmen, sobald er aufgerufen wurde. Man musste nichts für die Lose bezahlen und es gab richtig gute Preise. Der Haken war bloß, wenn man später gezogen wurde, waren “nur” noch Preise wie Kopfhörer übrig. Ja, das ist das, was ich bekommen habe. Ich brauchte aber welche, nachdem Mo, mein Kaninchen, meine alten angeknabbert hatte.
Jetzt aber zu den richtig guten Preisen und das ist kein Scherz, auch wenn ich das erst dachte. Es gab: einen kleinen Flachbildschirm, einen kleinen Kühlschrank, eine Mikrowelle, bequeme Stühle, eine Videokamera, eine Fotokamera…

Die waren natürlich ganz schnell weg. Aber es scheint normal zu sein, dass man zum Afterprom solche riesigen Preise bekommt. Brookes Onkel hat zu seinem Afterprom eine Tischtennisplatte bekommen. Und das, obwohl der Eintritt nur 5$ gekostet hat und dazu gab es noch für jeden ein Erinnerungs-T-Shirt!
Nachdem alle etwas bekommen hatten, waren noch ein paar Preise übrig und jeder konnte sich dann nehmen, was er wollte. Ich habe noch mehrere Ida-Bluestreak-Schlüsselanhänger und zwei obercoole Wasserpistolen für Jerimy und mich ergattern können.
Um 4 Uhr waren wir dann alle froh, ins Bett gehen zu können.

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Baby!

Donnerstag, 31. März 2011

Letztes Wochenende war es soweit. Ich durfte ein Schulprojekt mit  nach Hause nehmen. Es handelte sich um eine Puppe, die sich wie ein echtes Baby verhält. Man bekommt ein Armband mit einem Chip ans Handgelenk, das man nicht abnehmen kann. Jedes Mal, wenn das Baby etwas will, muss man sich erst mit dem Armband dem Körper der Puppe nähern, bis es laut piep macht. Das ist dafür gedacht, dass man als Mutter erkannt wird und man das Kind nicht einfach jemanden anderen in die Hand drückt.
Man muss die Windeln wechseln, die Flasche geben, das Baby ein Bäuerchen machen lassen und muss es in den Schlaf wiegen.
Die Windeln werden zum Glück nicht dreckig, man hat insgesamt zwei davon, jede mit einem Chip in der Mitte. Die Flasche braucht man auch nicht füllen, das Baby erkennt einfach den Sensor im Nuckel.
Normalerweise bekommt man die Puppe am Freitag nach der Schule und sie wacht dann gegen 16 Uhr auf. Da ich aber nach der Schule Training hatte und unser Softballteam das Feld sauber machen musste, wurde mein Kind so programmiert, dass es erst um 21 Uhr aufwacht.
Ich war also 12 Stunden in der Schule und dann hatte ich eine Stunde Zeit, bis es aufwacht. Also habe ich schnell geduscht und dann ausprobiert, wie ich das Baby am besten halte, ohne dass der Kopf runterfällt, denn auf das richtige Abstützen des Kopfes wird hier ganz besonders viel Wert gelegt. Als ich gerade die blinkenden Lichter am Rücken sah, fing es an zu schreien. Ich bin total erschrocken und dachte, ich hab ihm irgendwie weh getan und es damit aufgeweckt. Ich war total verzweifelt und probierte es gleich mit der Flasche. Das war zum Glück auch richtig. Nach einer Weile habe ich mich daran gewöhnt, dass es schreit – von der Nacht mal abgesehen. In der ersten Nacht hat es mich zweimal aufgeweckt, in der zweiten Nacht dreimal und in der Nacht zum Montag einmal. Das wäre ja alles kein Problem, wenn es nicht bis zu 25 Minuten lang trinken würde. In der zweiten Nacht habe ich festgestellt, dass man ja die Flasche einfach mit einer Decke vor dem Mund so platzieren kann, dass man sie selber nicht halten muss. Aber ab und zu fängt das Baby an zu schreien und dann muss man die Flasche vom Mund wegnehmen und neu  reinstecken. Also nichts mit einfach schlafen während es trinkt. Es macht übrigens relativ realistische Geräusche, obwohl ich glaube, dass Babys nicht anfangen zu lachen, wenn sie fertig sind mit trinken oder eine neue Windel bekommen.
Außerdem habe ich dem Baby keine Hosen angezogen, da es so schneller geht, die Windeln zu wechseln (ein Tipp der Lehrerin). Man hat übrigens zwei Minuten Zeit, um mit dem Armband beim Baby zu sein und um herauszufinden, was es will. Ansonsten bekommt man Minuspunkte. Der Computer in der Puppe zeichnet alles ganz genau auf.
Ich habe darum gebeten ein Mädchen zu bekommen, da ich gehört habe, dass Mädchen besser sind als Jungs. Ich habe mein Babygirl Penny genannt. Ein echtes Kind würde ich nie so nennen, aber ich dachte, das ist ein ganz süßer Name für eine Puppe.

Am Samstag habe ich Penny mit zum einkaufen genommen. Ich war total nervös. Ich befürchtete, dass sie aus dem Sitz fällt und ich so Minuspunkte bekomme, oder dass sie allgemein anfängt zu schreien. Was sollte ich denn machen, wenn unterwegs die Windel gewechselt werden muss?

Kurz bevor wir da waren, hat sie im Auto angefangen zu weinen. Also hab ich sie nach vorn geholt, die Windeln gewechselt und dann war sie auch schon ruhig. Ich habe gleichzeitig nach Polizisten Ausschau  gehalten. Es ist nämlich schon einmal jemanden passiert, dass er von der Polizei angehalten worden ist, da das echt aussehende Baby nicht im Kindersitz angeschnallt war.
Kaum im Laden angekommen hat sie wieder angefangen zu weinen. Sie war durstig. Dafür habe ich schnell eine Lösung gefunden.Ich habe zum Glück keine dummen Blicke abbekommen, da wir ja noch mit drei echten Kleinkindern unterwegs waren. Also sah es nur so aus, als ob ich die helfende Schwester wäre.
Als Penny dann ein Bäuerchen machen und in den Schlaf gewogen werden wollte, musste ich sie allerdings auf den Arm nehmen. Während das Baby schrie, habe ich natürlich ein paar Blicke auf mich gezogen, aber ich habe immer schön mein Armband für jeden sichtbar gemacht…

Am Montag früh um 7 hat Penny sich ausgeschaltet.
Am Ende habe ich 100% dafür bekommen, was sehr selten in meiner Klasse ist.
Zusammengerechnet war Penny für genau 2 Tage und 10 Stunden am Leben. Insgesamt habe ich ihr Weinen auf 6 Minuten reduzieren können. Ich habe sie 5 Mal in den Schlaf gewiegt, 21 Mal die Windeln gewechselt, 10 Mal Bäuerchen machen lassen und 18 Mal gefüttert.

Softball

Freitag, 25. März 2011

Da die Cheerleader-Saison vorüber ist, wollte ich jetzt noch etwas anderes machen. Letzte Woche am Montag konnte man Softball ausprobieren und bis zum Freitag hat man dann erfahren, ob man es ins Team geschafft hat. Softball ist ähnlich wie Baseball, halt nur für Mädchen.
Also hab ich das mal ausprobiert. Drei Trainer haben das Ganze geleitet. Zwei Frauen und ein Mann. Zum ersten Mal fand ich, dass die Trainer wie typische amerikanische Trainer aussehen. Wahrscheinlich haben die Basecaps eine große Rolle dabei gespielt. Insgesamt sind 30 Mädchen aufgetaucht – in einem Spiel spielen nur 9 Spieler. Als erstes haben wir uns erwärmt und dann  mussten wir rennen. Oh, wie ich das liebe (nämlich überhaupt nicht). Danach haben wir uns weiter erwärmt. Die Erwärmungen haben mich an Tanzübungen erinnert, merkwürdige Tanzübungen.

Dann ging es in die Turnhalle und jeder hat sich seinen Softballhandschuh genommen und mit einem Partner den Ball hin und her geworfen. Ich hatte natürlich keinen Handschuh und meine Partnerin hat darüber blöd gelacht! Jemand hatte zum Glück einen zweiten, den ich mir ausborgen konnte. Als ich noch dabei war herauszufinden, wie man den Handschuh anzieht, der übrigens für die linke Hand ist, hat meine Partnerin den Ball bereits zu mir geworfen – grrrrr!

Nach einigen verschiedenen Übungen hatte ich den Dreh mehr oder weniger schnell raus und  habe festgestellt, dass die Bälle ganz schön schnell auf einen zukommen, dass es schwer ist, die mit einem Riesen-Handschuh und dazu mit der linken Hand zu fangen, dass man aus Reflex mit der rechten Hand fängt (schmerzhaft) und dass Softball nicht bedeutet, dass der Ball weich ist. Das Gegenteil ist der Fall.
Meine Partnerin vom Anfang war die Erste und Einzige, die den Ball voll ins Gesicht bekommen hat. Der Ball kam aber nicht von mir.
Kennt ihr das: Auch wenn man nicht an Gott glaubt, dass es manchmal Situationen gibt, in denen man denkt, dass wer auch immer da oben es mal so richtig gut mit einem meint?

Am Dienstag haben wir uns wieder schön erwärmt und dann übten wir statt fangen, schlagen. Mal musste man einfach den Ball von einem Ständer schlagen (ähnlich wie beim Golf, nur höher). Mal hat man dabei auf zwei weichen Bällen gestanden und versucht, die Balance zu halten. Bei einer anderen Übung musste man mit einem dünnen Stock kleine Bälle treffen.

Das Beste war aber ein großer, langer, vierseitiger Netzvorhang, eine Art Käfig. An einem Ende befand sich eine Ballwurfmaschine und am anderen Ende musste eine Person, bewaffnet mit Helm und Schläger, den Ball zurückschlagen. Ich durfte das auch machen. Hui, ich fand das soo toll! Ich bin nicht der vom Himmel gefallene Meister, aber dafür hab ich ein paar Bälle getroffen und einen habe ich sogar gerade bis ans andere Ende zurück geworfen. Am Ende des Tages hatte ich eine schöne, fette Blase an meinem linken Daumen, Autsch!

Mittwoch bis Freitag sind wir raus aufs Feld gegangen und haben dort von Werf-, Schlag-, Fang- und Rennübungen bis hin zur Spielroutine alles gemacht. Zum ersten Mal ist mir aufgefallen, dass wir ganze 6 Felder haben. Außerdem fand ich, dass es nach Meer roch. Aber wahrscheinlich lag es nur an der warmen Luft, die mich an Urlaub erinnert hat. Trotzdem hatte ich das Gefühl, als wenn Sand mit Hilfe von Sonnencreme an meiner Haut klebt. Auch die Möwen, die keine Einbildung waren, haben mir ein Urlaubsgefühl verschafft…
Draußen konnten wir auch mal lernen den Ball zu fangen, wenn er von weiter weg  im hohen Bogen auf einen zukommt.
Für die meisten kein Problem, da alle mehrere Jahre Erfahrung haben. Ich aber als Cheerleader weiß nur, wie man Menschen in die Luft wirft, wie die runter kommen und wie man die auffängt. Ich habe aber keine Erfahrung, wie sich so ein Softball verhält.
Mal bin ich zu weit gerannt und der Ball ist weit hinter mir aufgekommen und mal bin ich stehen geblieben, habe meinen linken Arm in die Luft gehalten und hab auf den Ball gewartet, der jedoch weit vor mir aufgekommen ist. :D
Einmal habe ich ihn dann doch fangen können. Ich den Arm in die Luft und der Ball fällt mit Karacho in den Handschuh. Ich hatte vor Schreck meine Augen zu und hab mich gefreut. Doch so schnell der Ball im Handschuh war, ist er auch wieder rausgefallen. Er ist schwer mit dem Handschuh zu greifen und eigentlich nimmt man die rechte Hand, um den Ball davon abzuhalten wieder rauszufallen. Ich hatte aber meine ungeschützte Hand schön unten in Sicherheit gehalten. Ach ja, ich wünschte ich könnte mich selber beim Training beobachten. Das wäre was, wobei ich viel, viel Spaß haben würde…

Am Freitag wurde dann jedem gesagt, ob er es ins Junior-Team oder ins Fortgeschrittenen-Team geschafft hat.
Mir haben sie erzählt, dass letztes Jahr schon einmal eine Austauschschülerin bei dem Probetraining teilgenommen hat. Die wurde dann Manager. Klingt toll, ist es aber nicht. Das bedeutet nämlich nur, dass man die ganze Zeit zugucken und mit aufräumen helfen darf. Bei mir jedoch haben sie einen Fortschritt gesehen. Am Anfang hatte ich keine Ahnung, wo ich mich mit meinem Schläger hinstellen soll. Dann haben sie mir gezeigt wohin und ich hab sofort den Ball getroffen. Selbst die anderen mit Erfahrung treffen auch nur selten den Ball. Danach muss man losrennen. Da hab ich auch eine Weile gebraucht, bis ich das mitbekommen habe, wann man rennt und bis wohin. Um das zusammenzufassen: Ich hatte absolut keinen Plan, aber als mir Teile gezeigt wurden, habe ich die relativ gut ausgeführt. Die Trainer hatten Spaß mir zuzusehen. Das heißt, ich darf mit dem Junior-Team trainieren!
Also hat es sich doch gelohnt am Dienstag wieder zu kommen, obwohl ich vor den Bällen Angst hatte.
Dieses Jahr hat sich auch noch eine andere Austauschschülerin aus Deutschland bei Softball angemeldet. Die war vorher Managerin vom Basketballteam. Sie ist am ersten Tag nicht wirklich aufgetaucht und die anderen Tage hat sie nur dagestanden und zugeguckt und beim aufräumen geholfen. Ich nehme mal an, sie hat sich selber zu unserer Managerin gemacht.
Es scheint doch eine Art Gott zu geben, der es gut mit mir meint, denn: Nein, ich kann die andere Austauschschülerin nicht besonders leiden.

Hier gibt es ein paar Erklärungen zu Softball (Regeln usw.)

Und so ungefähr sieht das aus: (Da bin weder ich noch unsere Mannschaft zu sehen)