Und (fast) zum Schluss – Das Wetter

Montag, 30. Mai 2011

Letzte Woche hatte ich Prüfungen. In der Woche davor, in meiner letzten Schulwoche, veranstalteten die 12. Klässler an einem Freitag während der letzten zwei Schulstunden ein Picknick. Es war glücklicherweise warm draußen. Es gab viel zu essen. Wir konnten Volleyball, Frisbee und Hufeisenwerfen spielen. Bei letzterem benutzt man allerdings anstelle echter Hufeisen Stricke, an deren Enden Golfbälle befestigt sind und die sich dann (hoffentlich) um dafür aufgestellte Stangen wickeln sollen.

Außerdem gab es Wasserbomben und eine lange nasse (Wasser + Babyöl!) Schlitterfolie. Einfach Anlauf nehmen und losschlittern!  Erst wollte ich das nicht machen, da ich keine Wechselsachen dabei hatte, aber wann werde ich nochmal so eine Gelegenheit bekommen? Oh, es war ein riesiger Spaß!

Um mich besser auf die anstehenden Prüfungen vorbereiten zu können, habe ich mich vor einer Woche entschlossen,  mit dem Training aufzuhören.

Mein letztes Spiel war vorletzte Woche Sonntag. Es fand  in Ida statt und  eigentlich waren es insgesamt 4 Spiele. Eine Spielerin hat für jeden Spieler Poster gemacht (siehe Fotogalerie).

Unser Trainer hat mich gleich beim ersten Spiel mitspielen lassen. Es kamen zwei Bälle direkt auf mich zu, die ich zu meiner Verblüffung alle beide gefangen habe! Es fühlt sich richtig gut an, wenn die Menschenmenge anfängt für einen zu jubeln! Das Beste ist aber, wenn Menschen, die du vorher noch nie gesehen hast, deinen Namen rufen! Etwas irritierend, aber total toll!

Als ich dann am Schlagen war, habe ich sogar mal den Ball getroffen und konnte bis zur ersten Base rennen, ohne dass das gegnerische Team mich rauswerfen konnte!

Dieser Tag war sehr heiß. Als ich nach Hause gekommen bin, musste ich feststellen, dass mein Gesicht und auch meine Hände dunkelbraun gebrannt waren, was nicht wirklich gut aussieht, wenn der restliche Körper noch käseweiß ist…

An dem gleichen Abend war auch noch Brookes 18. Geburtstag. Besser gesagt ihre Vorgeburtstagsfeier, da sie erst eine Woche später Geburtstag hat.

Es hatte mittlerweile angefangen zu regnen, doch wir haben draußen in der Garage gefeiert und ich hatte kurze Sachen an und mein Körper glühte. Anstatt mich auszuruhen, habe ich bis 23 Uhr mit einem Hockeyschläger rumgespielt, mit dem Resultat, dass ich am nächsten Tag total erkältet war. Aber sicher wieder wegen der anstehenden Prüfungen. Wie schon gesagt: vor wichtigen Ereignissen bekomme ich immer eine Erkältung…

Die Prüfungen am Donnerstag und Freitag habe ich aber trotzdem überstanden. Manche waren sehr schwer, mache auch einfach. Es gibt hauptsächlich Fragen, wo man  A, B oder C ankreuzt, manchmal auch D, wobei D dann für: “A – C sind richtig” oder aber auch: “Keines der oben genannten ist richtig” steht. Ja, das ist normal in Amerika. Es gab auch Fragen wie: „Welche Antwort ist am MEISTEN richtig? A,B oder C?“…

Die 12. Klässler haben so einiges für ihre letzte Woche geplant, wie “Parken ohne Regeln”.  Ein paar Schüler haben für 200$ (140€) Plakate gekauft und nachts die ganze Schule mit Genehmigung des Direktors  beklebt. Doch der Physiklehrer wusste nichts davon und fand das nicht so toll. Deshalb  hat er, bevor die Schule losging, alles wieder abgenommen…

Stellt euch vor, manche Lehrer sind schon früh um 4 Uhr in der Schule!

Am letzten Schultag, sind dann viele mit Traktoren in die Schule gekommen und auch Wasserbomben und Trötenschall flogen durch die Luft.

Durch den heftigen Regen der letzten Tage wurde die Trinkwasserversorgung hier gestört. Das heißt, es sind Bakterien ins Wasser gelangt. Also wurden in der Schule die Wasserspender mit Tüten bedeckt und es gab an jeder Wand Handdesinfektionsmittel. Unser Haus bekommt aber  Wasser aus einer anderen Quelle, man darf  es eh nicht trinken. Also hat uns das nicht so sehr betroffen.

Am Sonntag von 4 bis 5 Uhr gab es eine Tornadowarnung. Die Sirene ging in Ida an, also haben wir die Kinder, Maggie (Chihuahua), Windeln, Decken und Saft geschnappt und sind zu den Nachbarn gegangen, da diese einen Keller haben. Glücklicherweise hatten wir den Schlüssel zu deren Haus, da unsere Nachbarn sich entschlossen hatten, campen zu fahren. (Dabei haben sie davon gar nichts mitbekommen.) Als wir dann das Licht fanden, sind wir in den Keller gegangen. Ich bin total durchgedreht, als ich entdeckt habe, dass er nass war!

Keine Ahnung was besser ist: Wenn das Haus über einem weggeweht wird oder wenn man im Keller ertrinkt?!

Nach ein paar Minuten war der Strom weg und keiner hatte an Taschenlampen gedacht. Wir beschlossen deshalb, hoch ins Wohnzimmer  zu gehen. Eigentlich wollte ich nicht aus dem Fenster sehen, aber andererseits konnte ich mir das doch nicht entgehen lassen. Dann, als meine Angst langsam zurückgegangen war, ärgerte ich mich, dass ich nicht an meine Kamera gedacht habe. Die Oma ist dann, als sich das Wetter etwas gebessert hatte, rüber  in unser Haus gerannt, um Taschenlampen zu holen und Jerimy ist den Hausschlüssel holen gegangen und hat mich mit meiner Kamera überrascht, als er zurückkam.

Als sich dann alles beruhigt hatte, konnte ich noch ein paar Fotos machen und wir haben im Garten gespielt.

Bevor wir ins Nachbarhaus gerannt sind, hatten wir Hühnchenparmesan in den Ofen gestellt und als wir wiederkamen, war das Essen trotz Stromausfall warm. Doch dummerweise bedeutet Stromausfall auch, dass man die Toilette nicht benutzen kann, warum auch immer. Nach ein paar Minuten kam dann zum Glück der Strom wieder.

Charlotte hat einen Babyvogel entdeckt, welcher aber dann, als wieder schönes Wetter war, mit seiner Mutter durch die Gegend gehoppelt ist.

Eine Woche zuvor hatten zwei Babyvögel nicht so viel Glück. Tracy hat in eines der vielen Löcher im Hinterhaus, wo sich Vögel eingenistet haben, mit dem Wasserschlauch Wasser reingespritzt. Am nächsten Tag lagen zwei kleine Vögel auf dem Boden. Also haben wir in eine Büchse Löcher rein gemacht, damit das Regenwasser abfließen kann, legten Stroh, ein Handtuch und die Vögel rein und klebten das Ersatznest an den Baum – irre. Aber in der Woche hatte es  so viel geregnet und das Handtuch saugte sich voll… Die Vögel haben es leider nicht überlebt.

Charlotte feierte übrigens vor ein paar Wochen Babyshower – diese typisch amerikanische Feier für das Ungeborene. Ich verpasste die Feier leider wegen der vielen Softballspiele. Aber es soll nicht so viel losgewesen sein.

Während meiner letzten Schulwoche hat es wie verrückt geregnet. Was eigentlich gut ist, da so kein Regen mehr für nächste Woche übrig sein kann. :-)

Nächste Woche kommen nämlich meine Eltern aus Deutschland, ich werde graduieren und meine deutschen und amerikanischen Eltern und ich werden nach Cedar Point in den Vergnügungspark fahren, reiten und Laser Tag spielen gehen. Laser Tag ist wie Paintball, bloß mit Laserpistolen und ohne Farbkugeln.

Bevor es wieder zurück nach Deutschland geht, habe ich mir gestern noch schnell in 15 Minuten für 15$ (10€) die Haare schneiden lassen.

Baby!

Donnerstag, 31. März 2011

Letztes Wochenende war es soweit. Ich durfte ein Schulprojekt mit  nach Hause nehmen. Es handelte sich um eine Puppe, die sich wie ein echtes Baby verhält. Man bekommt ein Armband mit einem Chip ans Handgelenk, das man nicht abnehmen kann. Jedes Mal, wenn das Baby etwas will, muss man sich erst mit dem Armband dem Körper der Puppe nähern, bis es laut piep macht. Das ist dafür gedacht, dass man als Mutter erkannt wird und man das Kind nicht einfach jemanden anderen in die Hand drückt.
Man muss die Windeln wechseln, die Flasche geben, das Baby ein Bäuerchen machen lassen und muss es in den Schlaf wiegen.
Die Windeln werden zum Glück nicht dreckig, man hat insgesamt zwei davon, jede mit einem Chip in der Mitte. Die Flasche braucht man auch nicht füllen, das Baby erkennt einfach den Sensor im Nuckel.
Normalerweise bekommt man die Puppe am Freitag nach der Schule und sie wacht dann gegen 16 Uhr auf. Da ich aber nach der Schule Training hatte und unser Softballteam das Feld sauber machen musste, wurde mein Kind so programmiert, dass es erst um 21 Uhr aufwacht.
Ich war also 12 Stunden in der Schule und dann hatte ich eine Stunde Zeit, bis es aufwacht. Also habe ich schnell geduscht und dann ausprobiert, wie ich das Baby am besten halte, ohne dass der Kopf runterfällt, denn auf das richtige Abstützen des Kopfes wird hier ganz besonders viel Wert gelegt. Als ich gerade die blinkenden Lichter am Rücken sah, fing es an zu schreien. Ich bin total erschrocken und dachte, ich hab ihm irgendwie weh getan und es damit aufgeweckt. Ich war total verzweifelt und probierte es gleich mit der Flasche. Das war zum Glück auch richtig. Nach einer Weile habe ich mich daran gewöhnt, dass es schreit – von der Nacht mal abgesehen. In der ersten Nacht hat es mich zweimal aufgeweckt, in der zweiten Nacht dreimal und in der Nacht zum Montag einmal. Das wäre ja alles kein Problem, wenn es nicht bis zu 25 Minuten lang trinken würde. In der zweiten Nacht habe ich festgestellt, dass man ja die Flasche einfach mit einer Decke vor dem Mund so platzieren kann, dass man sie selber nicht halten muss. Aber ab und zu fängt das Baby an zu schreien und dann muss man die Flasche vom Mund wegnehmen und neu  reinstecken. Also nichts mit einfach schlafen während es trinkt. Es macht übrigens relativ realistische Geräusche, obwohl ich glaube, dass Babys nicht anfangen zu lachen, wenn sie fertig sind mit trinken oder eine neue Windel bekommen.
Außerdem habe ich dem Baby keine Hosen angezogen, da es so schneller geht, die Windeln zu wechseln (ein Tipp der Lehrerin). Man hat übrigens zwei Minuten Zeit, um mit dem Armband beim Baby zu sein und um herauszufinden, was es will. Ansonsten bekommt man Minuspunkte. Der Computer in der Puppe zeichnet alles ganz genau auf.
Ich habe darum gebeten ein Mädchen zu bekommen, da ich gehört habe, dass Mädchen besser sind als Jungs. Ich habe mein Babygirl Penny genannt. Ein echtes Kind würde ich nie so nennen, aber ich dachte, das ist ein ganz süßer Name für eine Puppe.

Am Samstag habe ich Penny mit zum einkaufen genommen. Ich war total nervös. Ich befürchtete, dass sie aus dem Sitz fällt und ich so Minuspunkte bekomme, oder dass sie allgemein anfängt zu schreien. Was sollte ich denn machen, wenn unterwegs die Windel gewechselt werden muss?

Kurz bevor wir da waren, hat sie im Auto angefangen zu weinen. Also hab ich sie nach vorn geholt, die Windeln gewechselt und dann war sie auch schon ruhig. Ich habe gleichzeitig nach Polizisten Ausschau  gehalten. Es ist nämlich schon einmal jemanden passiert, dass er von der Polizei angehalten worden ist, da das echt aussehende Baby nicht im Kindersitz angeschnallt war.
Kaum im Laden angekommen hat sie wieder angefangen zu weinen. Sie war durstig. Dafür habe ich schnell eine Lösung gefunden.Ich habe zum Glück keine dummen Blicke abbekommen, da wir ja noch mit drei echten Kleinkindern unterwegs waren. Also sah es nur so aus, als ob ich die helfende Schwester wäre.
Als Penny dann ein Bäuerchen machen und in den Schlaf gewogen werden wollte, musste ich sie allerdings auf den Arm nehmen. Während das Baby schrie, habe ich natürlich ein paar Blicke auf mich gezogen, aber ich habe immer schön mein Armband für jeden sichtbar gemacht…

Am Montag früh um 7 hat Penny sich ausgeschaltet.
Am Ende habe ich 100% dafür bekommen, was sehr selten in meiner Klasse ist.
Zusammengerechnet war Penny für genau 2 Tage und 10 Stunden am Leben. Insgesamt habe ich ihr Weinen auf 6 Minuten reduzieren können. Ich habe sie 5 Mal in den Schlaf gewiegt, 21 Mal die Windeln gewechselt, 10 Mal Bäuerchen machen lassen und 18 Mal gefüttert.

Das kann mir aber auch nur in Amerika passieren!

Samstag, 19. März 2011

Es war am letzten Freitag. Ich war gerade aufgestanden und Caesar musste mal in den Garten. Also habe ich die Tür geöffnet und unsere Alarmanlage ging los. Kein Problem dachte ich, ich hab das Ding ja schon so oft an- und ausgeschaltet, nur dass das schon etwas länger her war. Normalerweise steht Jerimy vor mir auf und schaltet den Alarm aus. Aber nicht an diesem Morgen…
Ich habe natürlich den falschen Zahlencode eingegeben! Erst hat es eine Weile laut gepiept, dann hat es für ein paar Sekunden aufgehört zu piepen und das Teil wartete auf den richtigen Zahlencode. Der kam aber leider nicht aus meinem Kopf raus, er hat anscheinend noch in meinem Gehirn geschlummert. Nach ein paar Sekunden hat es wieder angefangen zu piepen, das aber auch nur für wenige Sekunden. Dann ging es in einen lauten Dauerpiepton über!
Naja, das ist auch nicht weiter schlimm. Muss ich halt jemanden aufwecken, wenn er nicht eh automatisch munter wird von dem Lärm. Doch der Haken an der Sache ist, dass nach einer Weile die Polizei gerufen wird!
Also bin ich die Treppen hoch gehechtet, hab Tracy aufgeweckt und habe ihr nur Wörter an den Kopf geschmissen wie: Code, Alarmanlage, vergessen, schnell. Tracy, anscheinend genauso verwirrt, stand auf und warf mit Wörtern zurück. Sie hat mir den Code gesagt und dass ich mich beeilen soll, während sie an mir vorbei gerannt ist und den Alarm entsichert hat. Ich hab nur verwirrt dagestanden und mir die Ohren zugehalten… Danach musste ich erst einmal meine durchgeschwitzten Sachen wechseln. Was für ein Morgen…

Am gleichen Tag war Senior-Skip-Day. Das heißt, dass sich die 12.Klässer, die Seniors, einen Tag ausmachen, an dem sie schwänzen. Nicht jeder hat die Schule geschwänzt, ich auch nicht.
In der 5. Stunde wurden die restlichen Seniors – wir waren weniger als 30 Schüler – in die Cafeteria gebeten. Die Lehrer haben uns mehrere Eiscremesorten mit Soßen gekauft. Wir haben reichlich reingehauen und hatten unseren Spaß. Hat sich also doch gelohnt zur Schule zu kommen!

Am Mittwoch dieser Woche hatten wir unsere letzte Cheerleaderversammlung. Jeder hat was zu essen mitgebracht. Ich nahm deutsche Schokolade mit, die sehr gut angekommen ist. Danach hat jeder eine Urkunde bekommen, dass er im Team war, und einen Anstecker für seine Jacke. Jede High-School hat ihre eigene Jacke, eine Art Kunstlederjacke in den Schulfarben. Allerdings ist die Jacke so hässlich, dass es zu schade wäre, Geld dafür auszugeben. Deshalb habe ich keine solche Jacke. Hinten auf der Jacke stehen die Sportarten, die man macht, und vorn drauf der eigene Nachname. Als Erstes, wenn man in einem Team gespielt hat, bekommt man den Buchstaben I, für Ida. Dazu erhält man einen Anstecker, der die Sportart repräsentiert, für Cheerleading ein springendes Mädchen mit Pompoms in den Händen. Für jedes teilgenommene Jahr bekommt man dann einen Balken. Die Urkundenvergabe hat sich wie eine Zeugnisausgabe in der Grundschule angefühlt. Dann gab es noch einige Auszeichnungen und dann war es aus mit Cheerleading.

Am 17. März war Sant-Patricks-Day, der Nationalfeiertag in Irland. Da es aber anscheinend genügend Iren in Amerika gibt, wird er auch hier gefeiert. An dem Tag werden grüne Sachen getragen und wer sich nicht daran hält, darf von Grünträgern gekniffen werden.

Am gleichen Tag hat Charlotte beim Ultraschall erfahren, dass sie einen Jungen bekommen wird. Der voraussichtliche Entbindungstermin ist ungefähr Anfang Juli.

 

erster Schultag

Mittwoch, 8. September 2010

Früh am Morgen bin ich mit Brooke zur Schule gelaufen, wir haben ganze 8 Minuten gebraucht, ich dachte wir brauchen nur 5 für die paar Meter. Also ist die Schule doch etwas weiter weg ;D
Mit meinem Schließfach hatte ich wie erwartet Schwierigkeiten. Ich habe mir 3 mal helfen lassen müssen und am Ende des Schultages hab ich es auch einmal hin bekommen, nach langem probieren.
Am ersten Tag wurden hauptsächlich alle Regeln erklärt, welche eigentlich in jeder Stunde immer wieder die gleichen waren.

Die erste Stunde ist Algebra. Wir hatten noch etwas Zeit, um ein paar Aufgaben zu rechnen, Textaufgaben. Ich war sehr verzweifelt, da ich nichts außer den Zahlen :) verstanden habe. Und die Zahlen wurden nicht in Metern, sondern in Fuß angegeben…!!!
Woher soll ich wissen, was Rechteck oder Umfang heißt?! Ich hab einfach irgendwas gerechnet und lag gar nicht mal so falsch. Anstatt den Umfang, habe ich eben den Flächeninhalt ausgerechnet.
Als zweite Stunde habe ich Computer Wissenschaft und das war ganz entspannt. Wir mussten uns nur gegenseitig interviewen.
“Lubke” kommt übrigens nicht gut an. “Was ist denn das für ein Name?”
Die meisten Lehrer (Leute) sprechen es wie “Labki” aus.
Ein Lehrer hat meinen Nachnamen gleich ganz weggelassen und einer hat ihn sogar richtig ausgesprochen.
Als dritte Stunde habe ich Physik, da haben wir nicht wirklich was gemacht, genauso wie in der vierten Stunde, in Business Recht. Gute Noten zu erhalten, ist in dem Fach nicht wirklich schwer.

Die Gesamtnote besteht aus:

35%  Mitarbeit, was für mich nicht allzu schwer wird, da der Lehrer mich immer fragen will, ob die Rechte in Deutschland anders sind oder nicht. Als wenn ich so viel Ahnung davon hätte, aber wenn er es nicht selber weiß, wird er nicht mitbekommen, ob ich Recht habe oder nicht…

30% allein von der Anwesenheit

15% für alle nichtvergessenen Materialien

und nur 20% für Tests

In der Stunde habe ich meinen ersten Cheerleader kennen gelernt. Sie scheint sehr nett zu sein, aber wer weiß, wie sie wirklich ist.
Zusammen mit Brooke bin ich zur Cafeteria gegangen, wo wir zu Mittag gegessen haben. Es gab Pizza, aber man konnte auch Süßes kaufen.
Als 5. Stunde habe ich Englisch. Ich bin innerlich gestorben. Wir müssen 2 Bücher zu Hause lesen und mehrere in der Schule! Und jedes Mal, wenn wir was gelesen haben, müssen wir auch was dazu schreiben, in niveauvollem English natürlich. Die Bücher, die wir zu Hause lesen, dürfen keine Kinderbücher sein. Aber das sind die einzigen Bücher, die ich verstehe! Und wie soll ich niveauvoll schreiben, wenn ich das nicht einmal in Deutsch kann?
Ich hab in meinen Gedanken schon den Kurs gewechselt, aber als ich die Lehrerin gefragt habe (eine wirklich hübsche Lehrerin, ich wusste gar nicht, dass Lehrer auch so schön sein können) ging es mir schon besser. Sie hat nämlich gesagt, dass sie ein hohes Niveau erwartet, aber nicht von mir. Für mich gilt das Motto “Dabeisein ist alles.”
Das finde ich gar nicht mal so schlecht, ich weiß bloß nicht, wie sie das dann mit den Noten machen will. Ich hoffe, sie drückt bei mir immer mal ein Auge zu.
Als vorletzte Stunde habe ich dieses komische Fach. Wir haben einen Zettel bekommen, wo nochmal extra das Fach erklärt wird, aber selbst Jerimy und Tracy wussten nichts damit anzufangen.
Der Lehrer meinte, wir machen dieses und jenes, irgendwas, was uns auf das Leben nach der Schule vorbereitet und wenn ihr nicht folgt, zieh ich euch Punkte ab. Das heißt, es gibt anscheinend Noten, was aber merkwürdig ist, da er als letztes gesagt hat, dass wir immer was zum arbeiten, also Hausaufgaben, Projekte und was weiß ich, mitbringen sollen, so dass wir uns sinnvoll beschäftigen können.
Irgendwie ergibt das keinen Sinn für mich. Wenn wir die Zeit für Hausaufgaben nutzen sollen, wie können wir da Noten darauf bekommen, die Hausaufgaben können ja nicht 2mal bewertet werden und was hat dass mit Vorbereitung auf die Zukunft zu tun? Vielleicht im entferntesten Sinne etwa, aber dafür brauche ich doch kein extra Fach.
Mein letztes Fach ist Amerikanische Geschichte. Das Fach ist genau so langweilig wie Geschichte in deutschen Schulen.
Ich habe dafür eine kennengelernt, die Deutsche, unseren Akzent und unsere geraden Zähne liebt.

Wenn Brooke mich anderen vorgestellt hat, waren die anderen nicht so an mir interessiert.
Wenn ich aber gesagt habe, ich bin ein Austauschschüler, waren gleich alle begeistert.

Schule

Mittwoch, 1. September 2010

Heute waren wir in meiner Schule. Ich habe meinen Stundenplan bekommen und ich habe mir meine Räume und mein Schließfach angesehen. Die Schließfächer lassen sich durch einen Zahlencode mit einem Drehschloss öffnen. Ich kann euch sagen, das ist verdammt schwer. Wenn ich unter Druck stehe, werde ich das bestimmt nicht so schnell, wenn überhaupt, hinbekommen. Meine Schließfächer- Nachbarn sind auch Austauschschüler, eine aus Brasilien und eine aus Deutschland :)
Meine Fächer durfte ich mir nicht aussuchen, deswegen ist auch Chor dabei! Hallo? Ich und singen?
Meine Gastfamilie spielt gerne “Sing Star” und ich konnte mich zum Glück davor drücken.
Wir sind zum Schulbüro gegangen und haben Chor gegen Physik getauscht.
Meine anderen Fächer sind Mathematik, Computer-Wissenschaft, Business-Recht, Englisch und amerikanische Geschichte. Also 6 Unterrichtsstunden und dann habe ich noch als vorletzte Stunde eine Stunde, wo ich meine Hausaufgaben machen kann (wenn ich das richtig verstanden habe). Ein Lehrer hat mir aber gleich gesagt, dass er keine Hausaufgaben aufgibt.

Mit dem Sportmanager habe ich auch schon gesprochen. Er hat mir gesagt, dass es 2 unterschiedliche Cheerleaderteams gibt. Das eine ist nur für irgendwelche Spiele wie Football, d.h. die Cheerleader stehen nur am Rand und feuern das Team an. Das ist mir aber zu langweilig.
Das andere Team ist ganz normal, wie ich es kenne, das fängt aber erst im November an.
Am Freitag gehe ich zu einem Footballspiel in meiner Schule mit ein paar Mädels aus der Nachbarschaft, die auch auf meine Schule gehen. Da kann ich dann eine Cheerleader- Trainerin kennen lernen.

Noch etwas zu meiner Gastfamilie:
Ich habe schon ganz viele kennen gelernt und in Amerika ist immer Tag der offenen Tür, so dass immer jemand kommt bzw. geht.
Mit den kleinen Kinder verstehe ich mich ganz gut. EJ, 10 Monate alt, kann ich sogar hoch heben, ohne dass er heult (meistens) und mit Sammi,2 Jahre alt, habe ich ein paar Schwierigkeiten, da ich ihr Babyenglisch nicht verstehe und sie mein Englisch nicht. Trotzdem spielen wir zusammen.
Heute hat sie mich aus Versehen mit einem Baseballschläger ganz leicht an meinem Kopf getroffen. Tracy, Jerimy und Charlotte wollten, dass sie sich entschuldigt, aber sie hat es nicht getan. Sie mag es nicht, wenn andere außer ihr und ihren Eltern was zu sagen haben, sie will alles bestimmen, also warum sollte sie sich dann bei mir entschuldigen…
Also hat sie eine halbe Stunde lang Popo-Klapse bekommen, was aber nicht so schlimm ist, da ihre Windel alles abpolstert. Trotzdem hat sie die ganze Zeit rumgeschrien. Ihr wurden der Fernseher und ihr Lieblignsstuhl weggenommen. Alles hat nicht geholfen. Erst am Abend, als ihr kleiner Bruder und nicht sie einen Lolli bekommen hat. Also hat sie sich entschuldigt. :D

Zu Hause in Deutschland haben meine Eltern gesagt: “Benimm dich, wenn du drüben bist!”
Ja das tue ich, wie immer ;) aber irgendwie scheint dass nicht normal zu sein.
“Schau, sie benutzt ihr Messer, um Essen auf ihre Gabel zu schieben, sie könnte bei der Queen am Tisch essen!”
“Schau, sie hilft mir!”
Das ist genau so, als wenn sie sagen würden:
“Schau, sie macht Männchen!”
Jedesmal, wenn jemand Neues kommt, wird erzählt, wie ich am ersten Tag meinen Frühstücksteller in die Geschirrspülmaschine getan habe, einfach so!!
Bin ich nicht ein gut erzogenes Kind?
Sie wollen mich behalten und Charlotte dafür nach Deutschland schicken. Da sie nicht so ordentlich ist.
Nein, keine Sorge, ich werde wieder kommen.

Noch kurz etwas über das Wetter:
Die paar Tage, die ich hier schon bin, waren sehr warm. Gestern hatten wir 33°C, aber die Luft war so aufgeheizt, dass jedem empfohlen worden ist, zu Hause zu bleiben. Es hat sich ein bisschen wie am Äquator angefühlt, bloß dass die Luft statt schwül heiß war. So als wenn man gegen eine Wand läuft, als wenn die Luft dick wäre. Das war sehr merkwürdig.